Deutschland und Nato-Partner planen Beschaffung günstiger Kampfdrohnen nach Ukraine-Krieg
Deutschland will gemeinsam mit europäischen Nato-Partnern große Mengen an kostengünstigen Kampfdrohnen beschaffen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Rande eines Nato-Verteidigungsministertreffens in Brüssel unterzeichnet. Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund der militärischen Lehren aus dem Ukraine-Krieg.
Technische Spezifikationen und Einsatzziele
Die geplanten Kampfdrohnen sollen nach Angaben aus Bündniskreisen eine Reichweite von mindestens 500 Kilometern erreichen. Im Verteidigungsfall sind sie dafür vorgesehen, gegnerische Abwehrsysteme zu überfordern und zu schwächen. Dadurch könnten teurere Präzisionswaffen anschließend zuverlässiger relevante militärische Ziele ausschalten.
Ähnliche Taktiken wenden derzeit die russischen Streitkräfte in ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Drohnen vom iranischen Typ Shahed an. Die europäische Initiative zielt darauf ab, vergleichbare Fähigkeiten innerhalb der Nato aufzubauen.
Internationale Beteiligung und Projektrahmen
Neben Deutschland wollen sich mehrere europäische Nato-Länder an der Beschaffung beteiligen. Dazu zählen Frankreich, Großbritannien, Polen und Schweden. Die Beschaffung soll im Rahmen des sogenannten Elsa-Projekts erfolgen, wobei Elsa für „European Long-range Strike Approach“ steht, auf Deutsch: Europäischer Ansatz für weitreichende Schläge.
Politische Bewertung und strategische Bedeutung
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte in Brüssel, dass es bei der Initiative darum gehe, die konventionellen europäischen Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten innerhalb der Nato zu stärken. „Dies sei angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen von entscheidender Bedeutung“, so der Minister.
Die geplante Drohnenbeschaffung stellt einen konkreten Schritt zur Umsetzung der aus dem Ukraine-Krieg gezogenen Lehren dar. Sie soll die Verteidigungsfähigkeit der Nato-Partner verbessern und gleichzeitig durch Mengenbeschaffung Kosteneffizienz gewährleisten.



