Flugzeugträger USS Gerald R. Ford zieht nach Brand und Hygieneproblemen aus Iran-Krieg ab
Mitten im Krieg gegen den Iran muss Amerikas größter Flugzeugträger, die USS Gerald R. Ford, einen überraschenden Rückzug antreten. Die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass das Kriegsschiff mit 5.000 Matrosen an Bord vorübergehend in eine Bucht nahe der griechischen Insel Kreta einlaufen soll. Die genaue Dauer dieses Aufenthalts ist noch unklar.
Brand in der Wäscherei löst Krise aus
Auslöser für den ungeplanten Abzug ist ein schwerer Brand in der Hauptwäscherei des Flugzeugträgers, der erst nach 30 Stunden vollständig gelöscht werden konnte. Der Vorfall ereignete sich, während sich das Schiff im Roten Meer befand. Die Folgen sind gravierend:
- Hunderte Matrosen haben keine Betten mehr und müssen auf Böden und Tischen schlafen
- Die zerstörte Wäscherei macht die Reinigung von Kleidung unmöglich
- Tägliche Ausfälle der Abwassersysteme betreffen etwa 650 Toiletten
Laut der New York Times schlafen seit dem Feuer mehr als 600 Soldaten unter prekären Bedingungen, was die Moral der Besatzung erheblich beeinträchtigt.
Gesundheitliche Probleme und lange Einsatzdauer
Die gesundheitlichen Auswirkungen des Brands sind ebenfalls besorgniserregend. Fast 200 Besatzungsmitglieder mussten wegen Rauchvergiftungen behandelt werden, wie AP meldet. Ein Soldat wurde sogar von Bord ausgeflogen und befindet sich laut einem Sprecher der 5. US-Flotte in stabilem Zustand.
Die Marine-Crew ist bereits seit zehn Monaten ununterbrochen auf See. Vor dem Iran-Krieg war das Kriegsschiff bereits am US-Angriff auf Venezuela beteiligt. Experten wie der frühere Admiral John F. Kirby kritisieren diese extreme Belastung: „Schiffe werden auch müde, und sie werden über lange Einsätze hinweg in Mitleidenschaft gezogen. Man kann ein Schiff nicht so lange und so hart fahren und erwarten, dass es und seine Besatzung in Bestform bleiben.“
Offizielle Stellungnahmen und militärische Kapazitäten
Trotz der schwerwiegenden Probleme bleibt die militärische Führung offiziell gelassen. Das US-Zentralkommando betont in einer Mitteilung: „Es gibt keinen Schaden am Antrieb der Schiffsanlage, und der Flugzeugträger bleibt voll einsatzfähig.“ Die Flugoperationen mit den rund 75 Militärflugzeugen an Bord, darunter Kampfjets vom Typ F-18 Super Hornet, sollen weiterlaufen.
Dennoch markiert dieser Vorfall einen signifikanten Rückschlag für die US-Marine im Iran-Krieg und wirft Fragen zur Nachhaltigkeit solch langer Einsatzzeiten auf.



