Großbritannien verspricht Ukraine massives Drohnenpaket zur Abwehr Russlands
Großbritannien hat der Ukraine ein bisher beispielloses Drohnenpaket im Umfang von 120.000 Einheiten zugesagt, um die Verteidigung gegen russische Angriffe zu stärken. Verteidigungsminister John Healey kündigte diese Lieferung während einer Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin an. Das Paket umfasst weitreichende Angriffsdrohnen, Aufklärungsdrohnen, Logistikdrohnen und Drohnen mit maritimen Fähigkeiten, die einen entscheidenden Beitrag auf dem Schlachtfeld leisten sollen.
Drohnen als Schlüsselfaktor im Ukraine-Krieg
Healey betonte die immense Bedeutung von unbemannten Fluggeräten im Konflikt. Im März seien Drohnen für 96 Prozent der russischen Verluste verantwortlich gewesen, die in diesem Monat mit 35.000 Mann einen Rekordwert erreicht hätten. "Drohnen haben diesen Krieg bestimmt und sie werden entscheidend sein für seinen Ausgang", erklärte der Labour-Politiker. Zudem lobte er das Angebot Kyjiws, die Golfstaaten bei der Abwehr iranischer Drohnen und Raketen zu unterstützen, was die strategische Rolle der Ukraine unterstreicht.
Internationale Unterstützung und politische Reaktionen
Neben Großbritannien bekräftigten auch andere Unterstützerstaaten ihren weiteren Beistand für die Ukraine. Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte: "Wir haben heute – und das war sehr wichtig – alle unsere Verpflichtungen gegenüber der Ukraine bekräftigt." Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius versicherte seinem ukrainischen Kollegen Mychajlo Fedorow: "Wir halten unsere starke Unterstützung aufrecht. Die Ukraine kann sich weiterhin auf uns verlassen." Pistorius wies darauf hin, dass die weitere Hilfe notwendig sei, obwohl die Weltöffentlichkeit derzeit auf den Nahen Osten und die Blockade in der Straße von Hormus fokussiert ist.
Herausforderungen und wirtschaftliche Faktoren
Der SPD-Politiker kritisierte die von Kremlchef Wladimir Putin verkündete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest, die 2000 Mal gebrochen worden sei und nur für Ostern gegolten habe. "Jetzt geht der Terror weiter", betonte Pistorius. Er warnte zudem, dass Russland von den aktuellen Entwicklungen im Mittleren Osten profitiere: "Die steigenden Ölpreise spülen Geld in die für den Krieg bestimmten Geldkoffer von Putin, mindestens für den Moment." Der ukrainische Verteidigungsminister Fedorow bedankte sich für neue Beiträge von Ländern wie Belgien, Norwegen und Estland zum Programm PURL zum Kauf US-amerikanischer Waffen, ohne konkrete Angaben zu machen.
Prioritäten und zukünftige Pläne
Fedorow unterstrich, dass die Prioritäten der Ukraine unverändert blieben, mit Flugabwehr an erster Stelle. Vorrang hätten auch die ukrainische Produktion von Drohnen sowie Artilleriegranaten des Nato-Kalibers 155 Millimeter. Das Treffen der Ukraine Defence Contact Group in Berlin, zu dem Pistorius eingeladen hatte, diente der Koordinierung dieser Bemühungen. Deutschland und Großbritannien hatten im April 2025 gemeinsam die Leitung der Kontaktgruppe übernommen, nachdem die USA unter Präsident Donald Trump Militärhilfe aus Europa bezahlen ließen und diese als Druckmittel einsetzten.
Strategische Partnerschaft und finanzielle Unterstützung
Die Bundesregierung hatte bereits am Vortag bei Regierungskonsultationen mit der Ukraine weitere Militärhilfe zugesagt und eine "strategische Partnerschaft" vereinbart, die über militärische und finanzielle Hilfe hinausreicht. Pistorius betonte zum Auftakt des Treffens: "Aus diesem Winter geht die Ukraine stärker hervor als zuvor. Die Stärke ist auch in den Kampfgebieten sichtbar, wo die Verteidiger der Ukraine die jüngsten russischen Offensiven erfolgreich zurückgeschlagen haben." Für die weitere militärische Durchhaltefähigkeit der Ukraine ist eine schnelle Freigabe des von Ungarn blockierten 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU entscheidend, wobei nach dem Wahlsieg des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar Hoffnungen auf eine Lösung bestehen.



