US-Verteidigungsminister drängt Heereschef zum Rücktritt
Inmitten des anhaltenden Irankriegs hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Heereschef Randy George zum sofortigen Rücktritt gedrängt. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter bestätigte am Donnerstag entsprechende Berichte des amerikanischen Senders CBS News. Demnach wurde General George aufgefordert, unverzüglich in den Ruhestand zu treten, obwohl seine reguläre Amtszeit normalerweise vier Jahre beträgt und erst 2027 enden würde.
Gründe für die Entlassung bleiben unklar
Die genauen Gründe für diese drastische Maßnahme waren zunächst nicht offiziell bekannt. Allerdings berichtete CBS News unter Berufung auf informierte Kreise aus dem Pentagon, dass Hegseth einen General an der Spitze des Heeres wünsche, der seine eigene Vision und die von US-Präsident Donald Trump für die Landstreitkräfte uneingeschränkt teile. Randy George war ursprünglich von Trumps Vorgänger Joe Biden im Jahr 2023 zum Generalstabschef des Heeres ernannt worden.
Bislang waren keine öffentlichen Spannungen zwischen Hegseth und George bekannt geworden. Der Verteidigungsminister hatte in der Vergangenheit jedoch mehrfach kontroverse Entscheidungen getroffen, darunter die Planung einer großen Militärparade zum 250. Geburtstag der US-Armee, die zufällig mit Trumps Geburtstag zusammenfiel.
Kommissarische Nachfolge bereits benannt
Laut den CBS-Berichten soll Hegseths ehemaliger Militärberater und bisheriger stellvertretender Stabschef des Heeres, General Christopher LaNeve, die Position von George kommissarisch übernehmen. Die Entlassung stehe angeblich nicht im Zusammenhang mit einem aktuellen Vorfall, bei dem Armeepiloten mit Kampfhubschraubern zum Anwesen des Trump-Unterstützers Kid Rock geflogen waren. Hegseth hatte diese Ermittlungen gegen die Piloten erst kürzlich gestoppt.
Politisierung der Streitkräfte befürchtet
Seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit sind bereits zahlreiche ranghohe Militärvertreter ausgetauscht worden. Im Februar 2025 wurde Generalstabschef Charles »CQ« Brown ohne Angabe von Gründen entlassen. Auch die Spitzenpositionen von Marine, Küstenwache und des Geheimdienstes NSA wurden neu besetzt. Die oppositionellen Demokraten warnen vor einer zunehmenden politischen Vereinnahmung der traditionell neutralen US-Streitkräfte und sehen darin eine gefährliche Entwicklung für die demokratischen Institutionen des Landes.
Randy George, ein erfahrener Infanterieoffizier mit Einsatzerfahrung im Irak und in Afghanistan, hatte seine militärische Laufbahn über Jahrzehnte aufgebaut. Seine abrupte Entlassung wirft Fragen über die langfristige Stabilität der militärischen Führung unter der aktuellen Administration auf.



