Letzte Frist für europäisches Luftkampfsystem FCAS: Entscheidung bis Mitte April
Letzte Frist für FCAS: Entscheidung bis Mitte April

Letzte Frist für europäisches Luftkampfsystem FCAS: Entscheidung bis Mitte April

Deutschland und Frankreich unternehmen einen finalen Anlauf, um sich auf das gemeinsame Luftkampfsystem FCAS zu verständigen. Drei vorherige Fristen sind bereits ohne Einigung verstrichen, doch nun soll innerhalb der nächsten vier Wochen tatsächlich eine Entscheidung fallen. Aus deutschen Regierungskreisen wurde nach einem Gespräch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bestätigt, dass ein Ergebnis wegen anstehender Entscheidungen zum Bundeshaushalt bis zum 15. April vorliegen muss.

FCAS als teuerstes europäisches Rüstungsprojekt

Das Future Combat Air System, kurz FCAS, würde bei Realisierung das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt aller Zeiten darstellen. Die Gesamtkosten werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Deutschland, Frankreich und Spanien ringen seit vielen Monaten um die Umsetzung dieses ambitionierten Vorhabens. Die Entscheidung wurde nun bereits zum dritten Mal verschoben, nachdem zuletzt Ende Februar als Zieltermin angepeilt worden war.

Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen operieren und stellt somit weit mehr als ein einfaches Kampfflugzeug dar. Der Plan sieht vor, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter sowie die französische Rafale ab dem Jahr 2040 ablösen wird.

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Unterschiedliche Anforderungen als Kernproblem

Bundeskanzler Merz hat zuletzt als Kernproblem benannt, dass Frankreich ein grundlegend anderes Kampfflugzeug benötigt als die deutsche Bundeswehr. „Ganz konkret, die Franzosen brauchen in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Das brauchen wir in der deutschen Bundeswehr gegenwärtig nicht“, erklärte Merz.

Von deutscher Seite wurde daher die Option ins Spiel gebracht, FCAS mit zwei unterschiedlichen Flugzeugtypen zu realisieren. Frankreich besteht jedoch nach Angaben aus Berlin darauf, nur ein einziges Flugzeug zu entwickeln, das primär auf französische Bedürfnisse ausgerichtet sein soll.

Das bereits am Mittwochabend stattgefundene Gespräch zwischen Merz und Macron diente der Vorbereitung des anstehenden EU-Gipfels. Den Angaben zufolge sollen in den kommenden vier Wochen Experten zwischen den beteiligten Unternehmen vermitteln und nach einer tragfähigen Lösung suchen. Die Uhr tickt für dieses milliardenschwere europäische Gemeinschaftsprojekt.

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