Vier Tote bei US-Angriff auf mutmaßliches Drogenboot in der Karibik
Das US-Militär hat am Mittwoch ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot in der Karibik beschossen und dabei vier Männer getötet. Das für den östlichen Pazifik zuständige Southern Command der Streitkräfte veröffentlichte ein Video des tödlichen Angriffs und bestätigte die Todesfälle. Laut offiziellen Angaben wurden bei der Operation keine US-Soldaten verletzt.
Operation Southern Spear mit über 100 Toten seit September
Die jüngste Aktion ist Teil der umstrittenen Operation Southern Spear, bei der US-Streitkräfte seit Anfang September regelmäßig Schnellboote angreifen. Das Militär beruft sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die angeblich belegen, dass die Boote mit Rauschgift beladen sind. Mehr als 100 Menschen wurden bei diesen Angriffen bereits getötet – die US-Regierung bezeichnet sie konsequent als Drogenschmuggler und „Narco-Terroristen“.
In einer Erklärung auf X teilte das Southern Command mit: „Die Geheimdienste haben bestätigt, dass das Boot auf Routen unterwegs war, die für den Drogenhandel in der Karibik genutzt werden, und dass es in Drogengeschäfte verwickelt war.“ Vier männliche „Narco-Terroristen“ seien bei der Aktion getötet worden. Das Schiff sei von als terroristisch eingestuften Organisationen betrieben worden.
Kritik an Verstößen gegen das Völkerrecht
Während das US-Militär von „totalem systemischem Druck auf die Kartelle“ spricht, kritisieren Experten die Angriffe scharf. Sie sehen darin klare Verstöße gegen das Völkerrecht, da die Operationen ohne gerichtliche Überprüfung und oft auf Basis von Geheimdienstinformationen durchgeführt werden. Die Tötungen erfolgen regelmäßig in internationalen Gewässern, was rechtliche Fragen aufwirft.
Nationale Verteidigungsstrategie macht Drogenbekämpfung zur Priorität
Ein Rückzug der USA von dieser umstrittenen Taktik ist derzeit nicht absehbar. Die kürzlich veröffentlichte nationale Verteidigungsstrategie der Trump-Regierung erklärt das militärische Vorgehen gegen mutmaßliche Drogenschmuggler explizit zur Priorität. Diese Strategie legitimiert die fortgesetzten Angriffe trotz internationaler Kritik und rechtlicher Bedenken.
Die Operationen finden parallel zu anderen militärischen Engagements der USA statt – aktuell etwa im Nahen Osten, wo Krieg gegen den Iran geführt wird. Die Doppelstrategie zeigt, dass Washington den Kampf gegen den Drogenhandel als integralen Bestandteil seiner Sicherheitspolitik betrachtet, unabhängig von anderen globalen Konflikten.



