USA planen wochenlange Bodenoffensive im Iran: Strategische Ölinsel Kharg im Fokus
Die militärische Eskalation im Nahen Osten droht eine neue Stufe zu erreichen. Nach Informationen der Washington Post verdichten sich die Hinweise darauf, dass das Pentagon eine wochenlange Bodenoffensive im Iran vorbereitet. Die Pläne für den Einsatz von Bodentruppen seien bereits weit fortgeschritten, obwohl US-Präsident Donald Trump bislang kein grünes Licht für eine solche Operation gegeben hat.
Strategische Ziele: Ölinsel Kharg und Straße von Hormus
Im Zentrum der Planungen steht die strategisch bedeutsame Insel Kharg im Persischen Golf. Diese spielt eine entscheidende Rolle für iranische Ölexporte und liegt etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt. Laut den Berichten sind sowohl der Einsatz von Spezialeinheiten als auch konventioneller Bodentruppen auf Kharg vorgesehen. Zusätzlich könnten Truppen an Küstenstandorten entlang der Straße von Hormus zum Einsatz kommen, die der Iran seit Wochen blockiert.
Ein vollständiger Einmarsch in den Iran ist jedoch nicht Teil der militärischen Pläne, betonen die Quellen. Vielmehr geht es um begrenzte Operationen zur Sicherung strategischer Positionen. Die Insel Kharg war zuvor von israelischen und US-Luftangriffen verschont geblieben, in der Hoffnung auf einen Regimewechsel in Teheran. Da dieser ausblieb, rückt die Ölinsel nun ins Visier der Bodenoffensive.
Widersprüchliche Signale aus Washington
Während die Planungen im Pentagon voranschreiten, sendet die US-Regierung widersprüchliche Signale. US-Außenminister Marco Rubio betonte erst am vergangenen Freitag, dass Bodentruppen nicht notwendig seien, um die amerikanischen Kriegsziele im Iran zu erreichen. Gleichzeitig hat die Regierung bereits Marineinfanteristen in den Nahen Osten verlegt und erwägt laut Medienberichten die Entsendung von mindestens 10.000 weiteren Soldaten in die Golfregion.
Ein Beamter, der anonym mit der Washington Post sprach, erklärte: „Dies ist keine Planung in letzter Minute.“ Die Truppenaufstockung soll Präsident Trump zusätzliche militärische Optionen ermöglichen, wie das Wall Street Journal berichtet. Der Kölner Politikprofessor Thomas Jäger hatte bereits diese Woche betont, dass sich die USA längst entschieden hätten, „mit Bodentruppen Teile des Iran zu besetzen“.
Hintergrund: Vier Wochen Krieg im Nahen Osten
Die Berichte über eine mögliche Bodenoffensive kommen nach vier Wochen anhaltender Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran. Parallel dazu setzt das iranische Regime seine Attacken auf Nachbarstaaten in der Golfregion fort und blockiert weiterhin die strategisch wichtige Straße von Hormus. Die neue Eskalationsstufe würde den Konflikt erheblich intensivieren und könnte zu langwierigen Bodenkämpfen führen.
Die militärische Planung konzentriert sich dabei nicht auf einen flächendeckenden Einmarsch, sondern auf präzise Operationen zur Kontrolle von Schlüsselpositionen. Die Ölinsel Kharg mit ihrer Bedeutung für die iranische Wirtschaft steht dabei im Mittelpunkt der strategischen Überlegungen des Pentagons.



