Buckelwal Timmy in Not: Wer entscheidet über Leben und Tod des gestrandeten Wals?
Buckelwal Timmy: Wer entscheidet über Leben und Tod?

Dramatische Szenen in der Wismarer Bucht: Buckelwal Timmy erneut gestrandet

In der Ostsee vor Wismar spielt sich ein tragisches Naturschauspiel ab. Der Buckelwal Timmy, der bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche gestrandet ist, kämpft sichtlich erschöpft um sein Überleben. Seine Haut zeigt deutliche Risse, und er wirkt entkräftet, während er immer wieder auf Grund läuft.

Greenpeace plant weiteren Rettungsversuch ohne schweres Gerät

Die Umweltschützer von Greenpeace wollen heute einen weiteren Versuch unternehmen, den Meeressäuger von der Sandbank zu befreien. Auf schweres Gerät wird diesmal verzichtet, wie Sprecherin Daniela von Schaper (33) erklärt. Bei der ersten Strandung am Timmendorfer Strand – die dem Wal seinen Namen gab – kamen noch größere Hilfsmittel zum Einsatz.

Doch die Entscheidung über Leben und Tod liegt nicht bei den Umweltschützern. In Mecklenburg-Vorpommern muss zunächst das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie eine Genehmigung erteilen, um den Wal gegebenenfalls zu erlösen. Die Tötung dürfte dann nur durch einen speziellen Experten erfolgen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Praktische Probleme bei möglicher Euthanasie

Hier zeigt sich ein praktisches Dilemma: Es gibt schlichtweg keinen Tierarzt, der gelernt hat, wie man einen Wal fachgerecht tötet. Meeresbiologe Robert Marc Lehmann erklärt die Schwierigkeiten: Ein gezielter Schuss sei kaum möglich, da ein großes Kaliber und ein absoluter Spezialist nötig wären. Selbst dann sei ein sofortiger Tod nicht garantiert.

Als theoretische, aber praktisch kaum umsetzbare Alternative nennt Lehmann die Möglichkeit, einen Sprengsatz am Kopf anzubringen. All diese Optionen erscheinen in der Wismarer Bucht, dem südlichsten Teil der Ostsee, kaum durchführbar.

Emotionale Beobachtungen vor Ort

BILD-Reporter Peter Hell berichtet von der Seebrücke aus in Sicht- und Hörweite des Tieres: „Sein Rufen ist ein furchtbares Heulen“. Möwen haben sich auf der rissigen Haut des etwa 15 Meter langen Meeressäugers niedergelassen und picken mit ihren spitzen Schnäbeln in die verwundete Haut. Das Leiden des Wals ist für viele Beobachter kaum zu ertragen.

Die Herkunft des Namens Timmy

Interessanterweise verdankt der Wal seinen Namen einer prominenten Quelle: Die fiktive Figur Horst Schlämmer, kreiert vom Comedy-Star Hape Kerkeling, gestaltete für BILD eine Titelseite und malte dabei den gestrandeten Wal. In Anlehnung an den Timmendorfer Strand, wo das Tier zuerst gestrandet war, gab er ihm den Namen Timmy.

Angesichts der dramatischen Entwicklung scheint Timmy sein Schicksal weitgehend selbst in der Flosse zu halten. Die Bilder des leidenden Wals lösen jedoch intensive Diskussionen über tierschutzrechtliche Fragen und die Grenzen menschlicher Intervention in der Natur aus.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration