Wehrbericht 2025: Bundeswehr kämpft mit Personalnot und Bürokratie
Wehrbericht: Bundeswehr mit Personalnot und Bürokratie

Wehrbericht 2025: Bundeswehr kämpft mit Personalnot und Bürokratie

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (57, CDU), hat am Dienstagmittag seinen Jahresbericht 2025 zur Bundeswehr vorgestellt – mit einem vernichtenden Urteil. Die sicherheitspolitische Lage habe sich drastisch verändert, Deutschland stehe vor einer realen und unmittelbaren Bedrohung, während sich sicher geglaubte Bündnisse im Wandel befänden.

Personalziel in weiter Ferne

Die größte Baustelle bleibt das Personal. Bis 2031 sollen eigentlich 203.000 Bundeswehrsoldaten zur Verfügung stehen, doch Ende 2024 gab es nur rund 180.000. Otte stellt klar: „Um den Operationsplan Deutschland erfolgreich umsetzen zu können, ist der angestrebte Personalaufwuchs auf insgesamt 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er Jahre zwingend. Nur so entsteht glaubhafte Abschreckung.“

Ohne nachhaltige Strategie droht laut Bericht eine gefährliche Lücke zwischen politischen Zielen und militärischer Realität. Sollte der neue Freiwilligendienst nicht ausreichen, müsse die Wehrpflicht wieder eingeführt werden. Dafür müssten bereits jetzt genügend Ausbilder garantiert werden.

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Bürokratie als Bremse

Der Bericht kritisiert scharf die überbordende „militärfremde Bürokratie“, schleppende Sicherheitsüberprüfungen und mangelhafte Kommunikation mit Betroffenen. „Die aktuellen Strukturen der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums sind zu kopflastig, zu kompliziert und in großen Teilen nicht effektiv“, heißt es in dem Dokument.

Besonders das Fehlen einer digitalen Gesundheitsakte führe zu Fehlern in der Personalbearbeitung und erheblicher Frustration unter den Soldaten. Einige Vorschriften müssten dringend gestrichen werden, um die Handlungsfähigkeit zu verbessern.

Mängel bei Ausstattung und Infrastruktur

Ein weiteres Dauerproblem sind die zu langen Beschaffungszeiten bei dringend benötigtem Material. „Die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen haben die Fähigkeiten und die Bedeutung von Drohnen herausgestellt“, betont der Bericht. Gleichzeitig seien viele Kasernen in marodem Zustand und müssten dringend renoviert werden.

Angesichts möglicher Sabotageakte fordert Otte, alle militärischen Einrichtungen sabotagesicher zu machen. Zudem müsse die Bundeswehr die „bestehende Verunsicherung“ bei jungen Menschen in Vertrauen umwandeln, um das Ziel von 200.000 Reservisten zu erreichen.

Mehr Frauen und moderne Standards

Der Wehrbeauftragte fordert entschiedene Maßnahmen für mehr Frauen in der Truppe: „Stereotypen hinsichtlich des Geschlechts gilt es abzubauen. Sexismus hat keinen Platz in der Bundeswehr.“ Außerdem müsse schnellstmöglich ein neuer zeitgemäßer „Haar- und Barterlass“ geschaffen werden, der modernen Standards entspricht.

Otte anerkennt zwar, dass die Bundesregierung mit dem Ende der Schuldenbremse und dem neuen Freiwilligendienst wichtige Schritte zur Verteidigungsfähigkeit eingeleitet habe. Doch gleichzeitig warnt er: „Die pauschale Berufung auf eine Unterfinanzierung der Bundeswehr ist keine Ausrede mehr!“ Die Zeit für Ausreden sei vorbei – jetzt müsse gehandelt werden.

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