Umfrage: AfD in Berlin erstmals auf Platz zwei – CDU bleibt stärkste Kraft
AfD in Berlin erstmals auf Platz zwei, CDU vorn

AfD in Berlin erstmals auf dem zweiten Platz – CDU behauptet Spitzenposition

Knapp sieben Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September zeichnet eine aktuelle Umfrage ein bemerkenswertes Bild: Die AfD ist erstmals zweitstärkste Kraft in der Hauptstadt. Laut der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag von „Bild“ liegt die CDU von Regierendem Bürgermeister Kai Wegner mit 22 Prozent weiterhin vorn, doch die AfD folgt mit 17 Prozent auf dem zweiten Rang.

Parteienlandschaft in Bewegung

Die SPD kommt in dieser Umfrage auf 16 Prozent, während Grüne und Linke jeweils 15 Prozent erreichen. Die FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) liegen mit jeweils 4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde und würden somit nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen. Sonstige Parteien vereinen zusammen 7 Prozent auf sich.

Diese Zahlen bedeuten einen deutlichen Wandel im Vergleich zur Wiederholungswahl 2023, bei der die CDU mit 28,2 Prozent der klare Sieger war. Damals erreichten SPD und Grüne jeweils 18,4 Prozent, die Linke 12,2 Prozent und die AfD 9,1 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,6 Prozent an der Sperrklausel.

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Koalitionsrechnungen werden komplexer

Auf Basis der aktuellen Umfragewerte könnte die amtierende Koalition aus CDU und SPD mangels Mehrheit nicht weiterregieren. Rechnerisch möglich wären nun verschiedene Dreierbündnisse:

  • Eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen
  • Ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken

Die Umfrageergebnisse bestätigen einen Trend, der sich bereits in zwei anderen Institutsbefragungen im Januar abzeichnete: Die CDU lag konstant bei 22 Prozent, während SPD, Linke, Grüne und AfD sich in einem engen Korridor zwischen 14 und 18 Prozent bewegten – allerdings in unterschiedlicher Reihenfolge.

Methodik und Unsicherheitsfaktoren

Für die aktuelle INSA-Umfrage wurden vom 17. bis 24. Februar 1.000 Menschen befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei etwa drei Prozentpunkten. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet, betonen Experten. Nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten erheblich.

Grundsätzlich spiegeln Umfragen lediglich das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und stellen keine verlässlichen Prognosen für den tatsächlichen Wahlausgang dar. Alle vier hinter der CDU liegenden Parteien – SPD, Linke, Grüne und AfD – machen sich Hoffnungen, die Christdemokraten bei der Wahl im September noch überflügeln zu können.

Die politische Landschaft in Berlin bleibt damit bis zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September hochspannend und volatil. Die Entwicklung der nächsten Monate wird zeigen, ob sich die aktuellen Umfragetrends verfestigen oder ob es noch zu signifikanten Verschiebungen kommt.

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