Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne holen in letzter Minute auf - Kopf-an-Kopf-Rennen mit CDU
Baden-Württemberg: Grüne holen auf - Kopf-an-Kopf-Rennen mit CDU

Spannendes Rennen um den Ministerpräsidenten-Posten

Das politische Rennen in Baden-Württemberg hat sich wenige Tage vor der Landtagswahl dramatisch zugespitzt. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD liegen die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir nur noch einen Prozentpunkt hinter der CDU. Wäre bereits am kommenden Sonntag Wahl, würden die Grünen 27 Prozent der Stimmen erhalten, während die CDU auf 28 Prozent käme.

Dynamische Entwicklung in den letzten Wochen

Die Entwicklung zeigt eine bemerkenswerte Dynamik im Südwesten Deutschlands. Noch Ende Januar lagen die Grünen in einer vergleichbaren Umfrage bei 23 Prozent und damit sechs Prozentpunkte hinter der CDU, die damals 29 Prozent erreichte. Im Oktober des Vorjahres betrug der Abstand sogar noch neun Prozentpunkte. Die Grünen haben somit in den letzten Wochen deutlich an Wählergunst gewonnen und das Rennen um die Nachfolge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist so offen wie nie zuvor in diesem Wahlkampf.

Verschiebungen im Parteienspektrum

Die Umfrageergebnisse zeigen interessante Verschiebungen innerhalb des baden-württembergischen Parteienspektrums:

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  • Die AfD kommt auf 18 Prozent der Stimmen und verliert damit zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Januar
  • Die Linke muss mit 5,5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen, nachdem sie zuletzt noch bei 7 Prozent lag
  • Die FDP wäre mit 6 Prozent knapp wieder im Parlament vertreten
  • Die SPD käme auf 7 Prozent und verliert damit erneut einen Prozentpunkt

Zum Vergleich: Bei der letzten Landtagswahl im März 2021 hatten die Grünen noch 32,6 Prozent erreicht, während die CDU auf 24,1 Prozent kam. Die SPD lag damals bei 11 Prozent, die FDP bei 10,5 Prozent und die AfD bei 9,7 Prozent.

Methodik und Umfragedetails

Die aktuelle Infratest-Umfrage wurde zwischen dem 23. und 25. Februar durchgeführt und basiert auf Befragungen von 1.530 Wahlberechtigten in Baden-Württemberg. Die statistische Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten. Besonders bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Befragung, der genau in die Phase fiel, in der ein altes Interview mit CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel für Diskussionen im Wahlkampf sorgte.

Hagel-Interview sorgt für Diskussionen

In dem acht Jahre alten Interview berichtete Hagel von einem Besuch an einer Realschule, bei dem er die Zusammensetzung einer Klasse kommentierte und sich detailliert an eine Schülerin erinnerte. Nach der Veröffentlichung räumte Hagel ein: „Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist. Meine Frau hat mir damals direkt den Kopf gewaschen.“ Politische Beobachter spekulieren, ob diese Diskussionen zum Aufholen der Grünen beigetragen haben könnten.

Unterschiedliche Umfrageergebnisse

Interessant ist der Vergleich mit einer Anfang der Woche veröffentlichten Umfrage des Instituts Insa, bei der die Grünen zwar ebenfalls aufgeholt hatten, die CDU aber noch mit sechs Prozentpunkten Vorsprung führte. Allerdings wurde diese Befragung noch vor den Diskussionen um das Hagel-Video durchgeführt, was die unterschiedlichen Ergebnisse möglicherweise erklären könnte.

Historischer Machtwechsel steht bevor

Bei der Landtagswahl am 8. März geht es nicht nur um die Kräfteverteilung im Stuttgarter Landtag, sondern auch um einen historischen Machtwechsel. Amtsinhaber Winfried Kretschmann tritt nach drei Amtszeiten nicht mehr an und sucht einen Nachfolger für den Ministerpräsidenten-Posten. Neben CDU-Kandidat Manuel Hagel und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir tritt auch AfD-Landeschef Markus Frohnmaier für seine Partei an, hat aber aufgrund der Koalitionsunwilligkeit anderer Parteien gegenüber der AfD keine realistischen Chancen auf das Amt.

Unsicherheiten bei Wahlprognosen

Experten weisen darauf hin, dass Wahlumfragen generell mit Unsicherheiten behaftet sind. Nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, dass das Rennen in Baden-Württemberg bis zum letzten Tag spannend bleiben wird und jede Stimme zählen könnte.

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