BSW präsentiert Spitzenduo für Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wird mit den Spitzenkandidaten Claudia Wittig und Thomas Schulze bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt antreten. Die Wahl findet am 6. September statt und verspricht ein spannendes politisches Rennen zu werden. Laut aktuellen Umfragen könnte das BSW knapp über die entscheidende Fünf-Prozent-Hürde springen und damit erstmals in den Landtag des Bundeslandes einziehen.
Vielfältiges Duo soll breite Wählerschaft ansprechen
Claudia Wittig betonte bei der Vorstellung des Spitzenduos: „Zusammen bilden wir sehr gut die unterschiedlichen Gruppen ab, die wir ansprechen möchten.“ Die 42-jährige Historikerin repräsentiert dabei das jüngere, urbane Akademiker-Milieu, während der 61-jährige Thomas Schulze Menschen aus dem ländlichen Raum ohne akademischen Hintergrund ansprechen soll. Beide sind in Sachsen-Anhalt geboren und aufgewachsen – Wittig in Wittenberg und Jessen, Schulze in Merseburg und Leuna.
Der BSW-Landesverband wurde erst im September 2024 gegründet und zählt nach eigenen Angaben derzeit rund 500 Mitglieder. Viele dieser Mitglieder sind im Land verwurzelt und stammen nicht von anderswo her, was nach Ansicht Wittigs eine „neue Perspektive auf den Osten“ ermöglicht.
Politische Lage in Sachsen-Anhalt
Thomas Schulze beschrieb die aktuelle Situation als „gespaltenes politisches Land“. Die AfD wird im Wahlkampf von Ulrich Siegmund angeführt und erreichte in Umfragen aus September und Oktober bis zu 40 Prozent, womit sie als deutlich stärkste Kraft vor der CDU ausgewiesen wurde. Sven Schulze ist Spitzenkandidat der CDU und ließ sich Ende Januar zum Ministerpräsidenten wählen, nachdem Amtsinhaber Reiner Haseloff (CDU) zurückgetreten war.
Das BSW positioniert sich klar zwischen den etablierten Parteien. „Wir werden uns nicht anderen Parteien anschließen, um Mehrheiten zu beschaffen“, stellte Landesparteivorsitzender Schulze unmissverständlich klar. Eine Koalition mit der AfD schloss er kategorisch aus.
Politische Ziele und Kritik
Die Partei will eigene politische Ziele verwirklichen und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Schulze verwies dabei auf herrschende Kinderarmut, gefährdete Arbeitsplätze in der Chemie-Branche und die Schließung von Krankenhäusern im Land. Claudia Wittig ergänzte, die derzeitige Regierung habe in den vergangenen Jahren verpasst, genau diese Forderungen umzusetzen.
„Wir haben andere Ansätze, als immer nur das ewig Gleiche zu machen“, betonte die Historikerin, die seit 2023 beim BSW ist und aktuell auch Mitglied des Bundesvorstands der Partei ist.
Die Kandidaten im Profil
Claudia Wittig studierte in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), war im Ausland tätig und arbeitet seit 2021 als Historikerin an der Universität in Halle. Thomas Schulze hat gemeinsam mit John Lucas Dittrich den Vorsitz des BSW in Sachsen-Anhalt inne. Seit 1996 ist er als Beamter tätig und war unter anderem Leiter der Vollzugsgeschäftsstelle der Justizvollzugsanstalt Burg.
Ehrenamtlich engagierte sich Schulze wiederholt für den Fußballverband Sachsen-Anhalt und den Deutschen Fußball-Bund. Bei der Vorstellung der Spitzenkandidaten bezeichnete er sich selbst als „Newcomer“ in der Politik, während Wittig mit ihrer Erfahrung im Bundesvorstand die erfahrene Politikerin im Duo darstellt.
Gemeinsam wollen sie die Vielfältigkeit der noch jungen Partei repräsentieren und bewusst unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ansprechen. Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt verspricht damit spannend zu werden, mit einem neuen politischen Akteur, der das etablierte Parteiensystem herausfordern will.



