Altes Interview mit CDU-Spitzenkandidat Hagel: Detailreiche Schilderung einer Schülerin sorgt für Kontroverse
CDU-Spitzenkandidat Hagel: Altes Interview über Schülerin sorgt für Aufregung

Altes Interview mit CDU-Spitzenkandidat Hagel löst politische Debatte aus

Ein altes Interview des CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Manuel Hagel, sorgt für erhebliche politische Kontroversen. Das Gespräch stammt aus dem Jahr 2018 und wurde ursprünglich beim Lokalsender Regio TV Schwaben aufgezeichnet. In der Sendung „Auf ein Bier mit...“ schilderte Hagel damals detailreich seine Begegnung mit einer Schülerin.

Die umstrittenen Aussagen im Detail

Im Interview beschrieb Hagel die Situation in einer Schulklasse mit etwa 80 Prozent Mädchen und kommentierte: „Also, da gibt es für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“ Anschließend begann er, über eine spezifische Schülerin zu sprechen: „Sie hieß Eva. Braune Haare, rehbraune Augen. Es war dann so kurz nach neun. Eva wird aufgerufen...“ Der Moderator Marcel Wagner reagierte darauf mit der Bemerkung: „Die wird jetzt rot zu Hause, wenn sie das sieht hier.“ Hagel betonte jedoch: „Ich sage keinen Nachnamen dazu.“

Verbreitung durch Grünen-Politikerin Zoe Mayer

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer aus Karlsruhe hat die alte Aufnahme am Montag auf den Social-Media-Plattformen TikTok und Instagram geteilt. Die Clips wurden dort mittlerweile zusammen mehr als eine Million Mal abgerufen. In ihren Beiträgen stellt die Politikerin kritische Fragen an ihre Follower, etwa warum das Aussehen der Schülerin im Mittelpunkt stehe und nicht ihre inhaltliche Frage. Der implizite Vorwurf lautet, dass Manuel Hagel das Mädchen sexualisiere.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reaktionen aus der Öffentlichkeit und von Hagel selbst

Das Video der Grünen-Politikerin löste auf Social Media breite Diskussionen aus. Viele Nutzerinnen und Nutzer verurteilten die Aussagen Hagels in den Kommentaren unter dem Clip, während nur wenige den CDU-Politiker verteidigten. Auf Anfrage des SPIEGEL distanzierte sich Spitzenkandidat Manuel Hagel nun von Teilen des Interviewinhalts. „Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist“, sagte der CDU-Politiker. Er räumte damit Fehler in der damaligen Gesprächsführung ein, ohne jedoch den gesamten Kontext des Interviews zu kommentieren.

Politische Implikationen für die Landtagswahl

Manuel Hagel sitzt seit Jahren für die CDU im Landtag von Baden-Württemberg und tritt aktuell als Spitzenkandidat seiner Partei für die anstehende Landtagswahl an. Die Veröffentlichung des alten Interviews könnte seine Kampagne beeinflussen, da es Fragen zum Umgang mit sensiblen Themen und zur politischen Kommunikation aufwirft. Die CDU muss nun möglicherweise Schadensbegrenzung betreiben, während die Grünen die Gelegenheit nutzen, um auf vermeintliche Fehlverhalten des politischen Gegners hinzuweisen.

Die Kontroverse zeigt, wie alte Medienauftritte in der heutigen Social-Media-Ära plötzlich neue politische Brisanz erhalten können. Sie unterstreicht zudem die gestiegene Sensibilität für Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und angemessene politische Sprache in der öffentlichen Debatte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration