CDU in Sorge: März-Wahlen werden zum Nervenkrieg für Friedrich Merz
CDU-Wahlen: März wird Nervenkrieg für Merz

CDU in Sorge: März-Wahlen werden zum Nervenkrieg für Friedrich Merz

Noch vor wenigen Wochen herrschte im Kanzleramt von Friedrich Merz (70, CDU) ungetrübte Zuversicht. Vertraute des Bundeskanzlers zeigten sich überzeugt, dass die CDU bei den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 8. März und in Rheinland-Pfalz am 22. März einen Doppelsieg einfahren würde. Dieser Erfolg sollte die politische Stimmung in ganz Deutschland drehen und der Union bei den Ost-Wahlen im September entscheidend helfen.

Die Stimmung dreht sich – in die falsche Richtung

Die erhoffte Wende ist eingetreten, allerdings in eine völlig andere Richtung: Merz und seine CDU müssen plötzlich um die sicher geglaubten Wahlsiege zittern. Aktuelle Umfragen zeigen in beiden Bundesländern Kopf-an-Kopf-Rennen – in Baden-Württemberg mit den Grünen, in Rheinland-Pfalz mit der SPD. Die Frage stellt sich immer drängender: Verliert die CDU ihre Vormachtstellung in diesen traditionellen Stammlanden? Wie bitter wird der März für den Bundeskanzler?

Die Kandidaten als Schwachstelle

In Baden-Württemberg setzt die CDU auf den jungen und noch relativ unbekannten Manuel Hagel (37). Sein Kontrahent ist das Grünen-Idol Cem Özdemir (60), der bereits als Parteichef und Bundesminister Erfahrung gesammelt hat. Ähnlich sieht die Situation in Rheinland-Pfalz aus: Hier tritt mit Gordon Schnieder (50) ein ebenfalls wenig bekannter Politiker gegen den erfahrenen Amtsinhaber Alexander Schweitzer (52, SPD) an.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Politikexperte Prof. Eckhard Jesse (77) analysiert: „Die Demokratie lebt auch von klaren Alternativen, die beide CDU-Kandidaten bisher nur wenig präsentieren.“

Strategische Unterschiede bei den Themen

In beiden Wahlkämpfen dominieren klassische Themen wie wirtschaftlicher Aufschwung, Arbeitsplätze, Bildung und Verkehrsinfrastruktur. Während die CDU-Kandidaten Hagel und Schnieder auf eine möglichst konfliktarme Kampagne setzen, verfolgt Özdemir eine überraschende Strategie: Er gibt sich wirtschaftsfreundlich und grenzt sich bewusst von seiner eigenen Partei ab – sogar auf Wahlplakaten ohne Grünen-Logo.

Interne Konflikte belasten die Kampagne

Als der CDU-Wirtschaftsflügel Ende Januar umfassende Reformen forderte – unter anderem eine Reduzierung von Teilzeitarbeitsverhältnissen – gingen bei der Parteizentrale Alarmrufe ein. Wahlkämpfer forderten CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (48) auf, diese Debatten zu unterbinden, da sie Wähler verunsichern und die Wahlsiege gefährden würden. Die Folge war ein Maulkorb-Befehl von Merz an den Wirtschaftsflügel.

In Wirtschaftsverbänden stößt diese Vorsicht auf wenig Verständnis. „Nun weiß ich immerhin mal, wie die CDU-Kandidaten heißen“, ätzte intern ein einflussreicher Verbandschef über die zurückhaltende Kampagne.

Durchhalteparolen in letzter Minute

Die CDU-Spitze in Baden-Württemberg verschickt in ihrer Not nun motivierende SMS an die Wahlkämpfer: „Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass wir die stärkste Kraft im Land werden und vor den Grünen landen.“ Der Wahlmonat März entwickelt sich zum echten Nervenkrieg für Friedrich Merz und seine Partei. Die erhoffte Trendwende könnte sich als schwere Belastungsprobe für die Union erweisen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration