Bill Clinton im US-Kongress: Keine Anzeichen für Fehlverhalten Trumps im Epstein-Fall
In den nun veröffentlichten Videoaufnahmen seiner Befragung vor dem US-Kongress hat der ehemalige Präsident Bill Clinton eine Unterhaltung mit dem heutigen Präsidenten Donald Trump über den verurteilten Sexualstraftäter und Financier Jeffrey Epstein detailliert geschildert. Die Aussagen gewähren einen seltenen Einblick in die persönlichen Gespräche zwischen den beiden politischen Kontrahenten.
Clintons Aussage zur Unterhaltung mit Trump
Laut Clintons Schilderung fand das Gespräch Anfang der 2000er Jahre auf einem der Golfplätze von Donald Trump statt. Trump habe ihm damals mitgeteilt, dass er sich mit Jeffrey Epstein zerstritten habe – „alles wegen eines Immobilien-Deals“. Diese Bemerkung stellt einen der wenigen dokumentierten direkten Austausche zwischen den beiden über die umstrittene Figur Epstein dar.
Besonders betonte Clinton in seiner Kongressbefragung, dass Trump ihm „nie etwas“ gesagt habe, das ihn glauben lasse, dieser sei im Zusammenhang mit Epstein in „irgendetwas Unangemessenes“ verwickelt gewesen. „Das ist die Wahrheit“, heißt es in der veröffentlichten Aussage weiter. Clinton erklärte ausdrücklich, er habe „keine Informationen“, wonach Trump etwas Falsches getan habe.
Widersprüchliche öffentliche Aussagen Trumps
Die Darstellung Clintons steht im Kontrast zu den teils unterschiedlichen öffentlichen Aussagen, die Donald Trump selbst über seine frühere Beziehung zu Jeffrey Epstein getätigt hat. Bereits im Jahr 2002 hatte Trump Epstein in einem Interview noch als „tollen Kerl“ bezeichnet und dabei angemerkt, dieser möge schöne Frauen „auch auf der jüngeren Seite“.
In späteren Jahren distanzierte sich Trump jedoch deutlich von Epstein und erklärte, er habe sich mit ihm überworfen und sei „kein Fan“ gewesen. In jüngerer Zeit begründete Trump das Ende der Beziehung zudem damit, dass Epstein Mitarbeiterinnen aus dem Spa seines exklusiven Clubs Mar-a-Lago abgeworben habe – wobei die Details dieser Darstellung je nach Aussage variieren.
Medienberichte über möglichen Wendepunkt
US-Medien verweisen seit Jahren auf einen Streit um ein Luxus-Anwesen in Florida als möglichen Wendepunkt in der Beziehung zwischen Trump und Epstein. Diese Immobilienangelegenheit könnte den von Clinton erwähnten Deal darstellen, der zum Zerwürfnis führte. Die Kongressbefragung wirft damit neues Licht auf eine Beziehung, die seit Epsteins Verurteilung und Tod immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen und Spekulationen war.
Die veröffentlichten Videoaufnahmen zeigen Clinton als kooperativen Zeugen, der seine Erinnerungen an die Unterhaltung mit Trump präzise und ohne weitere Interpretation wiedergibt. Seine Aussage unterstreicht, dass er trotz der späteren Kontroversen um Epstein zum damaligen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten Trumps erkennen konnte.



