Spannendes Finale im Teterower Kulturhaus: Vier Kandidaten im Kreuzverhör
Das Teterower Kulturhaus platzte am Donnerstagabend buchstäblich aus allen Nähten, als sich rund 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger versammelten, um das Finale des Bürgermeisterwahlkampfs live mitzuerleben. Eine gute Woche vor dem entscheidenden Wahltag hatte die Zepelin-Stiftung Appelhagen zu diesem bedeutenden Forum eingeladen, bei dem die vier Bewerber um das Amt des Bürgermeisters ihre Visionen für die Bergringstadt präsentierten und sich den kritischen Fragen der Moderatoren sowie des Publikums stellen mussten.
Großes Interesse führt zu zweitem Veranstaltungsort
Die enorme Resonanz auf die Veranstaltung unterstrich eindrucksvoll, wie wichtig den Teterowern die anstehende Bürgermeisterwahl ist. Die Sitzplätze im Kulturhaus waren innerhalb kürzester Zeit vollständig vergeben, sodass etwa 100 weitere interessierte Gäste in den Saal der benachbarten Freikirche ausweichen mussten. Dort verfolgten sie das Geschehen auf der Kulturhausbühne über einen professionellen Live-Stream, der eine reibungslose Übertragung ermöglichte.
Die Kandidaten stellen sich vor: Erfahrung versus junges Blut
Die Moderatoren Marc Ferch und Joachim von Zepelin leiteten den Abend mit einer grundlegenden Frage ein: Warum sollten die Teterower ausgerechnet Sie wählen? Die vier Bewerber präsentierten daraufhin ihre jeweiligen Stärken und Qualifikationen.
Enrico Malow, der als Einzelbewerber antritt, verwies auf seine langjährige Erfahrung als ehrenamtlicher Bürgermeister von Grabowhöfe und betonte seinen praktischen, tatkräftigen Ansatz. Thomas Gütschow, ebenfalls Einzelbewerber, hob seine Expertise aus der freien Wirtschaft, seine Erfahrung als Stadtvertreter und seinen kooperativen Führungsstil hervor.
Der 37-jährige SPD-Kandidat Robert Straßburg argumentierte, dass Teterow junges Blut an der Rathausspitze benötige, und verwies auf seine bisherigen kommunalpolitischen Erfahrungen im Wirtschaftsausschuss. CDU-Bewerber Matthias Hantel betonte sein über 30-jähriges Engagement in der Stadtpolitik und sein umfangreiches Netzwerk in Teterow und der umliegenden Region.
Gemeinsame Träume: Stärkung der Verwaltung und gutes Arbeitsklima
Ein besonderer Moment des Abends war die Frage nach den Visionen der Kandidaten: Wovon träumen Sie für Teterow nach dem ersten Jahr einer möglichen Amtszeit? Interessanterweise antworteten alle vier Bewerber nahezu im gleichen Wortlaut und betonten übereinstimmend, dass sie die Verwaltung stärken und ein positives Arbeitsklima im Rathaus schaffen wollen, um die Bergringstadt erfolgreich voranzubringen.
Brennende Themen: Der Bergring im Fokus der Diskussion
Nicht nur die Moderatoren, sondern auch das engagierte Publikum nutzte die Gelegenheit, den Kandidaten kritische Fragen zu stellen. Dabei standen vor allem Themen im Mittelpunkt, die den Teterowern derzeit besonders am Herzen liegen, insbesondere die Zukunft des legendären Bergrings.
Bei der Diskussion um den Grasbahnkurs herrschte bei drei der vier Kandidaten – Gütschow, Hantel und Straßburg – Einigkeit darüber, dass der Bergring-Club professionelle Strukturen und mindestens einen hauptamtlichen Mitarbeiter benötige, um für die Zukunft optimal aufgestellt zu sein. Einziger Ausreißer war Enrico Malow, der sich auf eine Absprache mit dem Chef des MC Bergring berief, dieses spezifische Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten.
Publikumsvotum und persönliche Entscheidungen
Unter den mehr als 200 aufmerksamen Zuhörern befand sich auch Maria Ramin, eine engagierte Teterower Bürgerin. Sie erklärte, dass sie ihre Entscheidung, wem sie am 1. März ihre Stimme geben werde, bereits vor dem Wahlforum getroffen habe. Dennoch bestätigte sie nach der zweistündigen, intensiven Gesprächsrunde, dass sie in ihrer Meinung bestärkt worden sei – ohne jedoch preiszugeben, welchen Kandidaten sie nun konkret unterstützen wird.
Abschließend durfte das Publikum im Kulturhaus darüber abstimmen, welcher Kandidat den persönlich besten Eindruck hinterlassen hatte. Allerdings nutzten nur 59 der 200 anwesenden Gäste diese Möglichkeit. Das Ergebnis zeigte Robert Straßburg mit etwas mehr als 50 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von den anderen drei Bewerbern, die nahezu gleichauf lagen. Moderator Joachim von Zepelin wies jedoch darauf hin, dass dieses Votum keineswegs als repräsentativ angesehen werden könne.
Wer tatsächlich künftig die Geschicke Teterows lenken wird, entscheidet sich endgültig am 1. März an der Wahlurne – oder möglicherweise erst in einer spannenden Stichwahl vierzehn Tage später, falls kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen sollte.



