KI-generierte CDU-Kandidatin mit Merkel-Raute löst Eklat um AfD-Wahlplakat in Uckermark aus
Ein großflächiges Wahlplakat des AfD-Landratsabgeordneten Felix Teichner, das ein KI-generiertes Bild der amtierenden Landrätin Karina Dörk mit der charakteristischen Merkel-Raute zeigt, hat in der Uckermark einen politischen Eklat ausgelöst. Die CDU-Politikerin, die am 19. April 2026 eine zweite Amtszeit anstrebt, empfindet die Verwendung ihres manipulierten Porträts als "unerträglich" und sieht darin ein entlarvendes Beispiel für den Umgang ihres Herausforderers mit der Wahrheit.
Dörk: Manipulation als entlarvendes Beispiel
Karina Dörk betonte in ihrer Reaktion, dass die KI-unterstützte Darstellung ihrer Person mit der berühmten Handhaltung der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich mache, wie es die AfD mit Fakten halte. "Zu dieser Wahrheit gehört es, dass die AfD erst in der jüngsten Kreistagssitzung mit ihrem Nein zum Haushalt gegen jegliche freiwillige Leistungen stimmte", so die Landrätin. Sie verwies konkret auf die Ablehnung von Unterstützung für das Krankenhaus und den kostenfreien Schülerverkehr durch die AfD-Fraktion.
Die CDU-Politikerin hob hervor, dass in den vergangenen acht Jahren unter ihrer Führung trotz schwieriger Rahmenbedingungen viel für die Einwohner des Landkreises erreicht worden sei. Den Slogan "Weiter so", mit dem die AfD ihr Porträt auf dem Plakat versah, um für Veränderungen zu werben, könne sie daher durchaus positiv interpretieren. "Die Bürger unseres Kreises werden sich ihr eigenes Bild machen und entscheiden, ob sie jemanden, der so erschreckend und fern von inhaltlichen Themen agiert, zutrauen, die Uckermark in herausfordernden Zeiten stabil zu halten", erklärte Dörk.
Eine Strafanzeige plane sie dennoch nicht zu erstatten, da dies genau die Reaktion sei, die die Urheber des Plakates provozieren wollten.
Teichner: Ethisch vertretbare Darstellung
AfD-Herausforderer Felix Teichner räumte ein, dass mögliche rechtliche Konsequenzen der Plakataktion von vornherein einkalkuliert worden seien. "Diese reichen von einem nachträglich aufgeklebten schwarzen Balken über dem Porträt mit dem Hinweis auf 'Zensur' bis hin zu einer Unterlassungserklärung", so der Landratsabgeordnete, der entsprechende Szenarien mit anwaltlicher Beratung durchgespielt habe.
Die Idee, Karina Dörk mit der Merkel-Raute darzustellen, sei ursprünglich nicht geplant gewesen, sondern gehe auf einen Vorschlag des Grafikers zurück. Teichner verteidigte die Entscheidung: "Ich halte dies ethisch für vertretbar. Frau Dörk ist nicht hässlich dargestellt, und als Person des öffentlichen Lebens sollte man damit klarkommen." Er verwies darauf, dass er selbst in Medienberichten oft nur mit grimmigem Gesicht gezeigt werde, obwohl er ein lächelnder Mensch sei.
Pointierte Gegensätze im Wahlkampfduell
Da sich die Landratswahl in der Uckermark auf ein Duell zwischen nur zwei Bewerbern reduziere, sei es aus Teichners Sicht wichtig und richtig, die Gegensätze zwischen beiden pointiert herauszustellen. "Wollen die Uckermärker echte Veränderungen oder ein 'Weiter so' mit Frau Dörk, flankiert von der Unterstützung der anderen Parteien, die mittels krampfhaft gezogener Brandmauer den Blick auf Sachthemen verstellen?", fragte der AfD-Politiker rhetorisch.
Die kontroverse Plakataktion wirft bereits jetzt Fragen nach der künftigen Ausrichtung des Wahlkampfes in der Uckermark auf. Während Karina Dörk bei der Aufhängung ihrer eigenen Wahlplakate Unterstützung durch den Prenzlauer Bürgermeister Marek Wöller-Beetz erhielt, zeigt das AfD-Plakat mit dem manipulierten CDU-Porträt, dass der Fokus möglicherweise stärker auf persönlichen Angriffen als auf inhaltlichen Themen liegen könnte.
Die Landratswahl am 19. April 2026 wird zeigen, wie die Wählerinnen und Wähler der Uckermark auf diese ungewöhnliche Wahlkampftaktik reagieren und ob sie bereit sind, einer Kandidatin ihr Vertrauen zu schenken, deren Konterfei von der politischen Konkurrenz für eigene Zwecke instrumentalisiert wird.



