Die Linke Uckermark unterstützt CDU-Landrätin Dörk gegen AfD-Herausforderer
Am 19. April 2026 entscheiden etwa 100.000 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger der Uckermark über die Besetzung des Landratsamtes für die kommenden acht Jahre. Zur Wahl stehen Amtsinhaberin Karina Dörk von der CDU und der AfD-Kreisvorsitzende Felix Teichner als Herausforderer. In einer bemerkenswerten politischen Allianz hat sich nun Die Linke Uckermark öffentlich hinter die CDU-Kandidatin gestellt.
Bündnis gegen Rechtsextremismus und für regionale Stabilität
Der Kreisvorstand und die Kreistagsfraktion der Linken haben in einer gemeinsamen Erklärung ihre Unterstützung für Karina Dörks zweite Amtszeit bekundet. „In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung braucht es im Landkreis eine verlässliche, demokratisch orientierte Verwaltungschefin, die Dialog ermöglicht und Verantwortung übernimmt“, betont Kreisvorsitzende Anne-Frieda Reinke. Besonders hervorgehoben wird die Sicherung der Krankenhausstandorte in Prenzlau und Angermünde als vollwertige Versorgungseinrichtungen durch die Übernahme in die Verantwortung des Landkreises – ein Erfolg, der eng mit Dörks Amtsführung verbunden sei.
Gemeinsame politische Ziele trotz unterschiedlicher Ausrichtungen
Die Linke Uckermark setzt sich für zahlreiche Projekte ein, bei denen sie in Karina Dörk eine geeignete Gesprächspartnerin sieht:
- Kleinere Klassen und bessere Ausstattung von Bildungseinrichtungen
- Ausfinanzierung der Kindertagesstätten
- Verbesserung der Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule
- Investitionen in Mobilität und Freizeitangebote für junge Menschen
- Sicherung der Rosneft-Anteile am PCK Schwedt durch den Bund
- Taktverdichtung im Busverkehr und bessere Dorfanbindungen
- Ausbau des Radwegenetzes in der Region
„Wer möchte, dass die Jugend hierbleibt, muss in Bildung, Mobilität und Freizeitangebote investieren“, so Reinke weiter. Fraktionschef Axel Krumrey ergänzt: „In Karina Dörk sehen wir hierfür die richtige Gesprächspartnerin.“
Klarstellung gegen rechtsextreme Tendenzen
Ein zentrales Argument für die Unterstützung der CDU-Kandidatin ist die klare Ablehnung rechtsextremer Positionen. „In der Frage der Menschenwürde und der Ablehnung von Rassismus gibt es für uns keine Kompromisse“, stellt Krumrey unmissverständlich klar. „Die Landrätin war hier immer dichter bei uns als an ihrer eigenen Partei.“ Die Linke erwartet von Dörk, dass die Integration Geflüchteter weiterhin Priorität behält – unterstützt durch Sprachkurse, dezentrale Unterbringung und den Abbau bürokratischer Hürden.
Reaktionen der anderen Akteure
Nicht nur Die Linke, sondern auch die uckermärkischen Sozialdemokraten und die Kreistagsfraktion Freie Uckermärker/BfVG haben ihre Unterstützung für Karina Dörk bekundet. Die SPD hatte nach intensiven Gesprächen beschlossen, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, da mögliche Kandidaten aus persönlichen und beruflichen Gründen abgesagt hatten.
Herausforderer Felix Teichner von der AfD zeigt sich unbeeindruckt von diesen Bekenntnissen: „Die Uckermärker treffen am 19. April souverän und selbstbestimmt ihre Entscheidung.“ Im Falle seiner Wahl kündigte er eine Kooperation zwischen CDU und AfD an, um „aus der bürgerlich-konservativen Mitte heraus“ eine sachorientierte Kommunalpolitik zu ermöglichen.
Bedingungen der Unterstützung
Die Linke verbindet ihre Unterstützung mit konkreten Forderungen an die mögliche zweite Amtszeit von Karina Dörk:
- Soziale Gerechtigkeit muss Leitlinie der Kreispolitik bleiben
- Demokratische Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger soll gestärkt werden
- Eine starke öffentliche Daseinsvorsorge muss Priorität haben
„Unser Ziel ist eine solidarische, demokratische und soziale Politik, die niemanden zurücklässt“, fasst Anne-Frieda Reinke die Position ihrer Partei zusammen. Die Wahl am 19. April wird zeigen, ob die Wählerinnen und Wähler der Uckermark diesem ungewöhnlichen Bündnis folgen oder dem AfD-Herausforderer ihre Stimme geben.



