Paul Bressel verlässt FDP komplett: Gründet 'Team Freiheit' für Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
Paul Bressel verlässt FDP und gründet 'Team Freiheit' für Wahl

Paul Bressel verlässt FDP endgültig und startet eigenes Wahlteam

Der Schweriner Stadtvertreter Paul Bressel hat der FDP den Rücken gekehrt und plant nun mit seinem neu gegründeten „Team Freiheit“ den Einzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern bei der anstehenden Wahl im Jahr 2026. Der Politiker, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte, als er als erster Liberaler die sogenannte Brandmauer zur AfD infrage stellte und eine Koalition auf Landesebene forderte, vollzieht damit den kompletten Bruch mit seiner ehemaligen Partei.

Kommunalpolitiker kritisiert fehlenden liberalen Kurs

In einer ausführlichen Erklärung begründete Bressel seinen Austritt aus der FDP, den er nach eigenen Angaben auf dem Landesparteitag am Wochenende verkündete. „Die FDP hat sich in den vergangenen Jahren inhaltlich und personell immer weiter von ihren liberalen Wurzeln entfernt“, so der 41-Jährige. Er vermisst einen klaren liberalen Kurs und kritisiert insbesondere Entscheidungen auf Bundes-, Europa- und Landesebene.

Bressel, der zuletzt als Spitzenkandidat zur Europawahl 2024 sowie auf Listenplatz 2 bei der Kommunalwahl in Schwerin antrat, nannte konkrete Beispiele für seine Unzufriedenheit:

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  • Das Heizungsgesetz auf Bundesebene
  • Das geplante Verbrenner-Aus auf EU-Ebene
  • Die Zustimmung zu weiteren Regulierungsinstrumenten wie dem CO₂-Preis
  • Das Lieferkettengesetz

„Für mich war die FDP immer die Partei von Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und konsequentem Individualismus – diese Grundsätze erkenne ich heute nicht mehr wieder“, erklärte der Politiker. Mit seinem „Team Freiheit“ will er sich künftig für eine Politik einsetzen, die sich konsequent an individueller Freiheit, wirtschaftlicher Eigenverantwortung und staatlicher Zurückhaltung orientiert.

Vorgeschichte: Von der AfD-Forderung zum kompletten Bruch

Die politische Entwicklung von Paul Bressel verlief in den letzten Monaten turbulent:

  1. Im September 2025 sprach sich Bressel als Kreisvorsitzender der FDP Schwerin für eine Koalition mit der AfD in Mecklenburg-Vorpommern auf Landesebene aus.
  2. Diese Forderung löste bundesweit heftige Proteste und anhaltende Kritik aus.
  3. In der Folge trat Bressel zunächst vom Posten des Kreisvorsitzenden zurück.
  4. Anschließend verließ er auch die Fraktion in der Stadtvertretung, welche die FDP gemeinsam mit den Unabhängigen Bürgern bildete.
  5. Nun folgt der komplette Austritt aus der Partei.

Der Stadtvertretung gehört der 41-Jährige weiterhin als fraktions- und nun auch parteiloses Mitglied an. Seine politische Heimat sucht er jetzt im neu gegründeten „Team Freiheit“, mit dem er bei der Landtagswahl 2026 antreten will.

Schwierige Zeiten für die FDP in Mecklenburg-Vorpommern

Die Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern befinden sich in einer schwierigen Phase. Bereits vor den verlorenen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war die Partei politisch angeschlagen. Mit dem Ausscheiden der Abgeordneten Sandy van Baal aus Partei und Fraktion verlor die FDP im Landtag den notwendigen Status einer Fraktion.

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere im Auftrag des Nordkurier zeigt die prekäre Situation der Partei: Mit nur drei Prozent der Stimmen (ein Minus von 2,8 Prozentpunkten) wäre die FDP nach dieser Umfrage nicht mehr im nächsten Landtag vertreten. Der Austritt von Paul Bressel, einem bekannten und kontrovers diskutierten Politiker, dürfte diese schwierige Lage noch verschärfen.

Bressels Schritt markiert einen weiteren Einschnitt in die politische Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns und wirft Fragen nach der Zukunft des Liberalismus in dem norddeutschen Bundesland auf. Ob das „Team Freiheit“ bei der Landtagswahl 2026 tatsächlich eine ernstzunehmende Alternative darstellen kann, bleibt abzuwarten.

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