Rücktritt nach Holocaust-Koffer-Foto: Grünen-Politikerin legt Amt als Vizepräsidentin nieder
Rücktritt nach Holocaust-Koffer-Foto: Grünen-Politikerin legt Amt nieder

Rücktritt nach Holocaust-Koffer-Foto: Grünen-Politikerin legt Amt als Vizepräsidentin nieder

Die Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft, Sahhanim Görgü-Philipp von den Grünen, hat ihr Amt niedergelegt. Dieser Schritt erfolgte nach einem umstrittenen Foto, das sie gemeinsam mit einer SPD-Abgeordneten bei Instagram veröffentlicht hatte. Das Bild zeigte die beiden Politikerinnen lachend mit Koffern aus einer aktuellen Holocaust-Ausstellung im Parlamentsgebäude.

Ein Instagram-Post mit schwerwiegenden Folgen

Der inzwischen gelöschte Beitrag entstand am Donnerstag nach Feierabend und trug den Spruch „Fertig für heute“. Darauf posieren Görgü-Philipp und die SPD-Abgeordnete Katharina Kähler jeweils mit einem Koffer, die symbolisch für das Thema Deportation stehen. Ein Sprecher der Bürgerschaft betonte, dass es sich bei den gezeigten Koffern nicht um Originale handelt, sie jedoch eine klare historische Referenz darstellen.

Die Opposition forderte daraufhin umgehend den Rücktritt der Vizepräsidentin. Görgü-Philipp entschuldigte sich mehrfach öffentlich für die unbedachte Aufnahme und erklärte, sie werde ab sofort nicht mehr im Vorstand des Landtags tätig sein. Ihre Entscheidung, das Amt niederzulegen, bestätigten sowohl die Grünen als auch die Bremische Bürgerschaft offiziell.

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Wie geht es nach dem politischen Eklat weiter?

Die Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer (SPD) und Vizepräsidentin Christina Schnittker (CDU) übernehmen vorläufig die Aufgaben der zurückgetretenen Politikerin. Ein Parlamentssprecher versicherte: „Das Gremium ist arbeitsfähig.“ Es liegt nun in der Verantwortung der Grünen-Fraktion, eine Nachfolge für das vakante Amt vorzuschlagen.

Die Bürgerschaft könnte bereits in ihrer nächsten regulären Sitzung in zwei Wochen über die Besetzung der Vizepräsidentschaft abstimmen. Dieser Zeitplan ermöglicht eine zügige Klärung der personellen Situation, um die parlamentarische Arbeit ohne größere Unterbrechungen fortsetzen zu können.

Der Vorfall hat eine breite öffentliche Diskussion über angemessenes Verhalten von Politikerinnen und Politikern in sozialen Medien ausgelöst, insbesondere im Umgang mit sensiblen historischen Themen. Die wiederholten Entschuldigungen der betroffenen Abgeordneten konnten die politischen Konsequenzen nicht abwenden.

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