Schweriner OB-Kandidat Ehlers: Landeshauptstadt nicht kampflos der AfD überlassen
Schweriner OB-Kandidat will Stadt nicht kampflos der AfD überlassen

Schweriner OB-Kandidat Ehlers: Landeshauptstadt nicht kampflos der AfD überlassen

Der CDU-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Schwerin, Sebastian Ehlers, hat bei seinem Wahlkampfauftakt im Kino Mega Movies eine deutliche Ansage gemacht. Vor vollen Rängen im Saal 1 erklärte der Landtagsabgeordnete und Stadtpräsident, eine klare Motivation für seine Kandidatur sei gewesen, „dass wir die Stadt nicht kampflos der AfD überlassen“. Diese Aussage wurde von den anwesenden Unterstützern mit begeistertem Applaus quittiert.

Sieben Bewerber im Rennen um Rathausspitze

Insgesamt treten sieben Kandidaten beim ersten Wahlgang am 12. April um die Nachfolge von Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) an. Neben Sebastian Ehlers haben folgende Personen ihre Kandidatur erklärt:

  • Petra Federau (AfD)
  • Mandy Pfeifer (SPD), unterstützt von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen
  • Massimo De Matteis (Volt)
  • Dr. Aileen Wosniak (ASK)
  • Lars Schubert (parteilos)
  • Heiko Steinmüller (parteilos)

Die politische Ausgangslage ist besonders: Im Schweriner Stadtparlament ist die AfD seit der Kommunalwahl 2024 stärkste Kraft, und auch auf Landesebene führt die Partei in aktuellen Umfragen deutlich. Mecklenburg-Vorpommern bleibt das einzige ostdeutsche Bundesland, in dem der Verfassungsschutz die AfD nicht als rechtsextreme Bestrebung einstuft.

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Historischer Kontext und aktuelle Herausforderungen

Bereits bei der OB-Wahl 2023 versuchte AfD-Landesvorsitzender Leif-Erik Holm, als erster AfD-Politiker Oberbürgermeister einer deutschen Landeshauptstadt zu werden, unterlag jedoch deutlich gegen SPD-Mann Badenschier. Holm strebt nun an, Manuela Schwesig (SPD) als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern abzulösen – beide treten bei der Landtagswahl am 20. September im Schweriner Wahlkreis 8 als Direktkandidaten gegeneinander an.

Sebastian Ehlers, seit 2016 Mitglied des Landtags und aktuell Stadtpräsident von Schwerin, gab sich bei seinem Wahlkampfauftakt trotz seiner Favoritenrolle verhalten. „Das wird bei aller Euphorie kein Selbstgänger“, betonte der 43-Jährige vor seinen Unterstützern. Überall, wo er hinkomme, werde ihm zwar Zuversicht signalisiert, doch er warnte: „Trotzdem leben wir in politisch sehr herausfordernden Zeiten, mit sehr polarisierenden Meinungen und auch den ein oder anderen Kandidaten, die auf dem Zug mitfahren.“

Breite Unterstützung für den CDU-Kandidaten

Ehlers betonte die Bedeutung einer breiten Bürgerbewegung und erhält Unterstützung von zahlreichen Schweriner Persönlichkeiten. Zu seinen prominenten Befürwortern zählen:

  • Schauspieler Martin Neuhaus
  • Olympiasieger Stefan Niemke
  • Werner Hinz, Vereinsvorsitzender bei Pro Schwerin (als Privatperson)
  • Manfred Strauß von den Unabhängigen Bürgern (UB) Schwerin

Unter den Gästen beim Wahlkampfauftakt befand sich auch CDU-Landesparteichef Daniel Peters, der Ehlers seit gemeinsamen Studientagen kennt. Peters zeigte sich beeindruckt von der großen Resonanz und verglich die Veranstaltung humorvoll mit einem früheren Kinobesuch: „Als ich das letzte Mal vor wenigen Wochen mit meinem Sohn den Film ‚Checker Tobi 3‘ besucht habe, hätten sich nur 10 bis 20 Menschen in dem Raum befunden. Jetzt habe ich festgestellt, der echte Checker steht da unten und heißt Sebastian Ehlers“, rief der Christdemokrat unter dem Jubel der Anwesenden.

Mit seinem Wahlkampfslogan „Jetzt!“ will Ehlers Themen wie Investitionen und Sicherheit in den Vordergrund stellen. Die CDU stellte zuletzt mit Norbert Claussen von 2002 bis 2008 den Rathauschef in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern.

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