Immer wieder kommt es in den Alpen zu Angriffen von Kühen auf Wanderer, die in seltenen Fällen sogar tödlich enden. Zuletzt starb eine Wanderin in Österreich, nachdem eine Herde auf sie und ihren Mann losging. Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV) erklärt, warum Kühe attackieren und wie man sich im Ernstfall verhalten sollte.
Warum greifen Kühe an?
Winter nennt drei Hauptgründe: Erstens fühlen sich Kühe bedroht, wenn Menschen in ihren Lebensraum eindringen und keine Fluchtmöglichkeit sehen. Zweitens reagieren sie aggressiv auf Hunde, die als potenzielle Gefahr wahrgenommen werden. Drittens beschützen Muttertiere ihre Kälber und greifen an, wenn sie den Nachwuchs in Gefahr wähnen.
Wie verhalten Sie sich bei einer Begegnung?
Der Experte rät: Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie hektische Bewegungen. Gehen Sie der Herde weiträumig aus dem Weg und versuchen Sie, einen Bogen um die Tiere zu machen. Wenn Kühe bereits aufgebracht sind, sollten Sie sich langsam zurückziehen und dabei die Tiere nicht aus den Augen lassen. Kehren Sie der Kuh nicht den Rücken zu, da dies den Angriffsreflex verstärken kann.
Was tun bei einem Angriff?
Sollte eine Kuh tatsächlich angreifen, suchen Sie Schutz hinter einem Baum oder Felsen. Vermeiden Sie laute Schreie oder wilde Gesten, da dies die Tiere zusätzlich reizt. Hunde sollten an der kurzen Leine geführt werden, um Konflikte zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Respektieren Sie die Tiere und ihre Umgebung, dann sind Unfälle äußerst selten.
Winter betont, dass Kuhattacken zwar tragisch, aber insgesamt sehr seltene Ereignisse sind. Mit dem richtigen Verhalten können Wanderer das Risiko minimieren und die Begegnung mit den Tieren genießen.



