Schneechaos legt Flughäfen lahm: München und Wien kämpfen mit massiven Behinderungen
Schneechaos legt Flughäfen München und Wien lahm

Schneechaos legt Flughäfen lahm: München und Wien kämpfen mit massiven Behinderungen

Heftiger Schneefall hat an den Flughäfen München und Wien zu erheblichen Betriebsstörungen geführt. Der Münchner Flughafen meldet auf seiner Webseite, dass Starts und Landungen sich stark verzögern oder komplett ausfallen können. Bereits am Donnerstag gab es 100 Annullierungen, am Freitagvormittag waren bereits 50 Flugausfälle bekannt, wie ein Sprecher mitteilte.

Flughafen Wien stellt Betrieb vorübergehend ein

Der Flughafen Wien musste seinen Betrieb sogar vorübergehend komplett einstellen. Nach Angaben des Airports wurden mindestens 150 Flüge gestrichen. Erst gegen Mittag könnten zumindest einzelne Starts und Landungen wieder möglich sein, teilte der Flughafen weiter mit. Allerdings sei den ganzen Tag über mit erheblichen Verspätungen zu rechnen.

In der Nacht waren am Wiener Flughafen rund 20 Zentimeter Schnee gefallen. Der Winterdienst ist seit Donnerstagabend durchgehend im Einsatz. Bisher wurden etwa 1.000 Lastwagen-Ladungen mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee beseitigt.

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Straßenverkehr in Bayern und Österreich stark beeinträchtigt

Auch auf den Straßen in Bayern und Österreich sorgt das Winterwetter für massive Probleme. In Bayern kam es zu zahlreichen Unfällen – besonders in Oberbayern und Schwaben rückten die Einsatzkräfte vermehrt aus, wie die Polizeipräsidien mitteilten.

Allein im südlichen Oberbayern gab es rund 75 Einsätze wegen Schneefalls und Glätte, berichtete ein Polizeisprecher. Häufig handelte es sich um Unfälle mit Blechschäden. Insgesamt wurden zwölf Menschen leicht verletzt. Autofahrer stießen gegen Leitplanken oder landeten im Graben. Schneebruch war ebenfalls ein Problem: Mehrere Bäume stürzten auf die Straßen.

Schwerer Unfall am Münchner Autobahnring

Zu einem besonders schweren Unfall kam es am späten Donnerstagabend am Münchner Autobahnring. Ein Familienvater fuhr von der A99 bei Aschheim auf einen Parkplatz ab, kam von der winterlichen Fahrbahn ab und prallte gegen einen geparkten Sattelzug. Das Auto schob sich unter den Auflieger des Lastwagens. Der 51-jährige Fahrer, seine 47-jährige Ehefrau und ihre zehn Jahre alte Tochter wurden schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

Lawine schiebt Bus von der Straße in Tirol

Im österreichischen Bundesland Tirol wurde ein Bus, der Firmenangestellte zu ihrem Unternehmen bringen sollte, von einer Lawine erfasst und von der Straße geschoben. Glücklicherweise wurde keiner der zwölf Insassen verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Bereits am Donnerstag war ein Münchner Autofahrer in Österreich mit einem Räumfahrzeug kollidiert und mit seinem Auto 30 Meter in steilem Gelände abgestürzt. Der 52-Jährige war mit seiner 17 Jahre alten Tochter bei Sölden auf einer schneebedeckten Straße bergab unterwegs. In einer Linkskurve kam ihm das Räumfahrzeug entgegen, wobei ihr Auto kollidierte. Bei dem Absturz wurden der Fahrer schwer und die Tochter leicht verletzt. Obwohl bei schneebedeckter Straße auf der Route Schneeketten Pflicht sind, waren beim Unfallfahrzeug keine montiert.

Stromausfälle und Bahnunterbrechungen

In der Steiermark waren rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Nach einer Störungsübersicht der Energienetze Steiermark waren viele Trafo-Stationen ausgefallen.

Auch auf Bahnstrecken machte sich das Winterwetter bemerkbar. Auf der Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck fiel ein Baum auf die Gleise und beschädigte die Oberleitung. Die Züge aus München endeten deshalb vorzeitig am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen.

Hohe Lawinengefahr in Wintersportregionen

In Norditalien wurde ein weiterer tödlicher Lawinenabgang gemeldet. Ein 54-Jähriger war am Donnerstagnachmittag mit einer Gruppe weiterer Deutscher auf einer Skitour auf 2.550 Metern Höhe in der Nähe der Gemeinde Saint-Nicolas im Aostatal an der Grenze zu Frankreich unterwegs, als es zu dem Unglück kam.

Die Lawine erfasste die Gruppe, woraufhin zwei der Skifahrer verschüttet wurden. Die Gruppe alarmierte sofort die Bergwacht und begann, die beiden Verschütteten auszugraben. Einer der beiden wurde nur leicht verletzt, der andere befand sich wegen Unterkühlung in einem kritischen Zustand. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er später starb.

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Angesichts üppiger Schneefälle ist die Lawinengefahr in vielen europäischen Wintersportregionen derzeit hoch. In den vergangenen Tagen meldeten die Behörden immer wieder Tote durch schwere Lawinenabgänge in Österreich, Frankreich, der Schweiz sowie im Norden Italiens. Bei dem jüngsten Unglück im Aostatal soll die Lawinenwarnstufe vier von fünf bestanden haben.