DDR-Oldtimer Robur: Nach 7 Jahren Restaurierung startet Reise nach Schweden
DDR-Oldtimer Robur startet nach 7 Jahren Restaurierung

Sieben Jahre hat Peter Fehrmann aus Schwarz an seinem Robur-Omnibus gearbeitet – nun steht die große Bewährungsprobe bevor. Im Sommer soll der DDR-Oldtimer auf große Fahrt durch Schweden gehen. Das Ticket für die Fähre ist bereits gebucht, und die Feuertaufe hat der Bus auch schon bestanden. Der Robur LO 3000 aus dem Jahr 1971 sieht aus, als sei er erst kürzlich vom Band gelaufen – das ist den geschickten Händen von Peter Fehrmann zu verdanken.

Aus einem Winterprojekt wurden sieben Jahre

Der gelernte Kfz-Mechaniker hatte den Bus vor einigen Jahren in Thüringen gekauft, um ihn in einem „Winterprojekt“ wieder flottzumachen und zum Reisemobil umzubauen. „Es sind schließlich sieben Jahre und acht Tage daraus geworden“, erzählt der 51-Jährige lächelnd. Ganze Partien des Busses musste er neu anfertigen, weil die alten Bauteile vom Rost zerfressen waren. Die hintere linke Dachpartie sowie mehrere Fensterfassungen wurden in seiner Werkstatt neu hergestellt. Um die markanten Robur-Rundungen hinzubekommen, musste das Blech in mühevoller Handarbeit gestreckt, gestaucht und gebogen werden. Den Stoff für den Himmel im Innenraum hat er selbst eingezogen. „Eine Woche lang habe ich nur geflucht“, erinnert er sich.

TÜV-Prüfer lobt bemerkenswert guten Zustand

Wenn Peter Fehrmann von seinem Projekt berichtet, schwingt viel Stolz in seiner Stimme mit. Der TÜV-Prüfer war am Ende begeistert: „Der hat keine Mängel festgestellt und tatsächlich im Bericht notiert: bemerkenswert guter Zustand“, berichtet Fehrmann stolz. Wer im Bus mitfährt, wird sich wundern – nicht nur, weil er sich nicht anschnallen muss. „Ist ein Oldtimer, Anschnallpflicht gab es damals noch nicht“, so der Besitzer. Das zum Wohnraum umgebaute Innenleben erstaunt: Eine kleine Küche, eine Sitzgruppe mit zwei Originalbänken, Schränke mit Aufklapp-Sicherung Marke Eigenbau und eine Schlafgelegenheit wurden gegen die Sitzreihen eingetauscht.

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Bett klappt auf Knopfdruck nach oben

„Ein gutes Bett war mir wichtig“, sagt Fehrmann und zeigt ein besonderes Detail: Per Schalter und mit Druckluft klappt das Bett hoch und gibt zusätzlichen Stauraum frei. Ohnehin sei er sehr detailverliebt. Für den Robur-Schriftzug auf der Kühlerhaube hat er einen neuen Sandformguss aus Aluminium hergestellt, statt einen alten Schriftzug einfach überzulackieren. „Das macht mir Spaß und so bringe ich mir selbst neue Fertigkeiten bei“, sagt der selbstständige Handwerker, der nach eigenem Bekunden so ziemlich alles reparieren kann. In seiner Universalmanufaktur in Schwarz entstehen Gartenmöbel, Deko, Werbeschilder, Holzarbeiten und vieles mehr. Ein interessanter Auftrag war zuletzt die Restaurierung einer alten Kneipentheke.

Erste Touren und DDR-Eierbecher an Bord

Erste kleinere Touren haben Peter Fehrmann und seine Frau Katja mit dem Robur bereits unternommen. Im Vorjahr ging es drei Tage zum Havelberger Pferdemarkt, einem großen Volksfest mit Trödelmarkt. „Das war sozusagen unser Probe-Campen, wo wir testen konnten, was noch fehlt“, berichtet er. Und da gab es tatsächlich etwas: Eierbecher. Die wurden sogleich auf dem Flohmarkt besorgt – natürlich stilecht die von früher, in DDR-Hühnchenform aus Plastik. In diesem Sommer soll es mit dem Robur nun nach Schweden gehen, um das weitläufige Land zu genießen. Dabei gehe es weniger darum, etliche Kilometer zu schaffen. „Das Gute ist ja, wir haben das Bett an Bord und können auch mal länger an einem Ort bleiben“, sagt Fehrmann.

Reisegeschwindigkeit liegt bei 75 Stundenkilometern

Die Tour soll nicht zur Tortur werden. Die Fahrt mit dem 68-PS-starken DDR-Oldtimer sei zwar gemächlich, aber durchaus anstrengend. „Wenn man ein paar Stunden hinter dem Lenker gesessen hat, weiß man, was man getan hat“, sagt er. Die Reisegeschwindigkeit liege bei gemütlichen 75 km/h, maximal 80 schafft der Bus. Bis zur Reise sei auch noch ein wenig zu erledigen. Im Fahrerhaus will Fehrmann für mehr Schallschutz sorgen, auf der Beifahrerseite ist noch ein Handschuhfach einzubauen, und seine Frau will Vorhänge für die Fenster nähen. Ein Oldtimer sei eben ein bisschen wie ein Haus, da gebe es immer etwas zu machen.

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Tolles Fahrzeugdesign als Motivation

Und warum war der LO-Bus nun der große Traum? „Ich habe früher viele Mopeds und Motorräder aus Ostproduktion restauriert, aber dann weggeben, weil unser Fachwerkhaus Priorität hatte. Das hier sollte wirklich für mich sein“, sagt Fehrmann. Zudem gefalle ihm das Fahrzeugdesign, das noch auf die 1960er Jahre zurückgeht. Wer mehr über die Universalmanufaktur von Peter Fehrmann und sein Projekt Robur-Restaurierung erfahren möchte, findet Informationen im Internet unter www.universalmanufaktur.de.