Mysteriöse Flecken am Rostocker Wasserturm: Salzausblühungen nach Sanierung
Flecken am Rostocker Wasserturm: Salzausblühungen

Am aufwendig sanierten Rostocker Wasserturm im Bahnhofsviertel sorgen helle Flecken an der Fassade für Verwirrung. Nur ein Jahr nach Abschluss der Generalsanierung fragen sich viele: Handelt es sich bereits um erste Schäden am Mauerwerk des Wahrzeichens? In den sozialen Medien kursierten Spekulationen über ein ernstes Feuchtigkeitsproblem. Doch der zuständige Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt Rostock (KOE) gibt Entwarnung.

Was ist die Ursache der weißen Flecken?

KOE-Sprecher Arndt Draheim erklärte auf Nachfrage: „Nein, es handelt sich nicht um Schäden am Bauwerk. Diese Erscheinung hat einen ganz natürlichen Ursprung.“ Die weißen Flecken seien sogenannte Salzausblühungen. Sie entstehen nach Fassadensanierungen mit Ziegeln durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit, gelösten Mineralien und Verdunstung. „Neue Ziegel, Mörtel und Putz enthalten viel Wasser. Wenn die Wand noch nicht vollständig ausgetrocknet ist, wandert dieses Wasser nach außen“, so Draheim. Bei starker Sonneneinstrahlung werde dieser Prozess beschleunigt, was zu einer auffälligen Kristallisierung an der Oberfläche führe.

Vorübergehende Erscheinung oder Handlungsbedarf?

In der Regel handle es sich um eine vorübergehende Erscheinung, die durch Regenwasser nach einiger Zeit von selbst verschwinde. Dennoch prüft der KOE derzeit in Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Architekten und der Sanierungsfirma den Umfang der Salzausblühung und eventuell notwendige Maßnahmen. „Wir gehen davon aus, dass die weißen Flecken zeitnah nicht mehr zu sehen sein werden“, betonte Draheim.

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Hintergrund: Die aufwendige Sanierung des Wasserturms

Der markante Wasserturm im Bahnhofsviertel ist ein Rostocker Wahrzeichen. Um die historisch wertvolle Bausubstanz vor dem Verfall zu bewahren, hatte der Eigenbetrieb KOE das denkmalgeschützte Gebäude von 2018 bis 2025 für elf Millionen Euro aufwendig saniert. Der etwa 40 Meter hohe Turm wurde vollständig eingerüstet, lose Steine wurden entfernt. Besonders herausfordernd war die Sanierung der farbigen Steine an der Fassade: Für rund 50.000 beschädigte Steine musste farblich passender Ersatz hergestellt werden – und zwar wie vor mehr als 100 Jahren in einem Kohlebrandofen.

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