Stuttgart 21: Massenandrang bei Tag der offenen Baustelle – Wann endlich die Eröffnung?
Stuttgart 21, das ambitionierte Bahnprojekt, das die baden-württembergische Landeshauptstadt ins 21. Jahrhundert führen sollte, zieht weiterhin große Aufmerksamkeit auf sich. Ein Viertel des Jahrhunderts ist bereits vergangen, doch keiner der vier geplanten Bahnhöfe ist vollständig fertiggestellt. Dennoch strömten Zehntausende Menschen über die Ostertage zur Baustelle des unterirdischen Hauptbahnhofs, um sich ein Bild von den Fortschritten zu machen.
Besucherrekord trotz unklarer Zukunft
An drei Tagen nutzten Interessierte die Gelegenheit, die Baustelle zu besichtigen. Um Zutritt zu erhalten, mussten kostenfreie Tickets im Voraus gebucht werden. Der Veranstalter teilte mit, dass pro Tag 26.000 Tickets vergeben wurden. Falls alle Inhaber erschienen sind, haben insgesamt etwa 78.000 Menschen die Baustelle besucht. Sie konnten dabei nicht nur die imposanten Kelchstützen, Bahnsteige und Lichtaugen bestaunen, sondern auch das modernisierte historische Empfangsgebäude, den Bonatzbau, von innen erkunden – eine Neuerung gegenüber dem Vorjahr, als der Bau nur von außen betrachtet werden konnte.
Das Projekt Stuttgart 21 im Überblick
Stuttgart 21 steht für eine komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Geplant sind neue Bahnhöfe, darunter ein Fernbahnhof am Flughafen, Dutzende Kilometer Schienenwege, Tunnelröhren, Durchlässe und Brücken. Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm umfasst neben Stuttgart 21 auch die bereits 2022 eröffnete Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm. Herzstück ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der im Gegensatz zum bisherigen Kopfbahnhof als Durchgangsbahnhof konzipiert ist.
Ungewissheit über den Eröffnungstermin
Doch trotz des öffentlichen Interesses bleibt die Frage nach der Fertigstellung ungeklärt. Die Deutsche Bahn hatte zuletzt die für Ende 2026 geplante Teileröffnung verschoben. Bahn-Chefin Evelyn Palla hat bislang keinen neuen Termin genannt. Derzeit läuft eine Überprüfung des Projekts, und bis Mitte 2026 soll ein neues Konzept für die Inbetriebnahme vorliegen. Medienberichte deuten auf eine mögliche Verzögerung bis 2029 oder 2030 hin, was jedoch nicht offiziell bestätigt wurde.
Das Projekt Stuttgart 21 bleibt somit ein Symbol für die Herausforderungen großer Infrastrukturvorhaben. Während die Besucherzahlen zeigen, dass die öffentliche Neugier ungebrochen ist, hängt die Zukunft des Bahnhofs weiterhin in der Schwebe. Die Hoffnung auf eine baldige Eröffnung wird von der Realität der Bauverzögerungen getrübt, was viele fragen lässt: Wird Stuttgart 21 je sein volles Potenzial entfalten?



