Ein Tag im Leben eines 'Gelben Engels': ADAC-Pannenhelfer Maximilian Liebl im Einsatz
Maximilian Liebl aus Sünching im Kreis Regensburg ist mehr als nur ein Pannenhelfer – er ist ein sogenannter 'Gelber Engel' des ADAC. Als Straßenwacht-Fahrer im Team Bayerischer Wald erlebt er täglich kuriose, manchmal auch brenzlige Situationen auf Bayerns Straßen. Mit seinem markant-gelben Dienstwagen, dem neuesten Modell des ADAC, ist er stets bereit, Autofahrern in Not zu helfen.
Der Alltag eines Pannenhelfers: Von Batterien bis zu eingesperrten Kindern
Liebl, 31 Jahre alt, gehört zu einem Team von 16 Straßenwacht-Fahrern, die ein Gebiet zwischen Weiden, Passau, Cham und Dingolfing abdecken. In Bayern arbeiten insgesamt 260 Straßenwachtfahrer in zwölf solcher Teams. Sein typischer Tag beginnt oft mit einem Notruf, wie kürzlich in Schwarzach im Kreis Straubing-Bogen, wo ein Auto nicht ansprang. 'Der Klassiker. Die Batterie ist im Eimer', stellt Liebl nach einer kurzen Inspektion fest. Im vergangenen Jahr war die Starterbatterie in 45 Prozent der Fälle die Ursache für einen ADAC-Notruf, bei bayernweit fast 487.000 Pannenhilfen-Einsätzen.
Doch die Arbeit ist vielfältig: 'Da ist alles dabei: Mal ein platter Reifen bei einem Fahrrad, mal ein Motorschaden bei einem Auto, mal hat ein Marder ein Kabel durchgebissen', erklärt Liebl. In seinen vier Jahren beim ADAC hat er sogar schon den Reifen eines elektrischen Rollstuhls geflickt. 'Die Regel gibt es nicht, man muss anpassungsfähig sein und sich zu helfen wissen', betont er. Schätzungsweise 1000 bis 1200 Mal ist er im vergangenen Jahr ausgerückt, mit durchschnittlich acht Einsätzen pro achtstündiger Schicht, besonders in Winter- und Urlaubszeiten.
Das Arsenal im Kofferraum: Werkzeuge für jede Panne
In seinem Einsatzwagen, den er stolz als 'das neueste Modell' präsentiert, führt Liebl ein umfangreiches Arsenal mit sich. Ausziehbare Schubladen enthalten Hunderte Komponenten, von einem 'überlebenswichtigen' Powerpack zum Fremdstarten über Lötkolben bis hin zu Radschläuchen. 'Es gibt aber auch Schäden, zum Beispiel am Motor, da kann ich auch mit meinem Kofferraum voller Werkzeug nichts machen', räumt er ein. In solchen Fällen endet die Fahrt für die Mitglieder oft vorerst.
Neben der fachlichen Expertise ist auch ein guter menschlicher Umgang gefragt. 'Ich habe es in der Regel mit Personen zu tun, die sich in einer für sie extremen Ausnahmesituation befinden', sagt Liebl. 'Da muss ich in meiner Funktion manchmal auch ein Stück weit Seelsorger spielen oder in Extremsituationen auch mal abwägen.' Ein Extremfall war ein Kleinkind, das in einem Auto eingesperrt war. Da die Zeit drängte, empfahl er, lieber schnell die Scheibe einzuschlagen, um das Kind zu befreien.
Mitgliederreaktionen und die Kontroverse um den ADAC
Trotz jüngster Kontroversen um den ADAC, wie die umstrittenen Aussagen des ehemaligen Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand zur CO2-Bepreisung, die zu 60.000 Kündigungen führten, oder Berichte über mögliche Beitragserhöhungen ab 2027, spürt Liebl im Alltag wenig davon. '99 Prozent der Leute, zu denen ich fahre, sind super dankbar und nett, wenn ich komme', berichtet er. 'Ich kann den Menschen helfen, darum macht mir die Arbeit auch so viel Spaß.' Viele nennen ihn liebevoll 'Gelber Engel', obwohl er lachend anmerkt: 'Zum Fliegen bin ich zwar zu schwer und Flügel habe ich auch nicht, aber das freut einen dann doch schon irgendwie.'
Ein besonderes Highlight ist für ihn eine kleine Zeichnung eines Reifens, die ihm ein Kind geschenkt hat und die er im Kofferraum aufgehängt hat. 'Für so etwas mache ich diesen Job', sagt Liebl. Am Ende eines typischen Tages, wie kürzlich auf einem Parkplatz in Straubing, wo eine Frau verzweifelt auf ihren Kofferraum zeigte und rief: 'Da liegt er. Da liegt der Schlüssel', zeigt sich seine Routine. Innerhalb weniger Minuten hatte er das Auto mit dem passenden Werkzeug geöffnet. Für Maximilian Liebl und seine Kollegen ist die Ausnahme schließlich der Alltag – ein Alltag voller Herausforderungen, aber auch großer Dankbarkeit.



