Giesinger Bräu kämpft mit Bürgerbegehren um Wiesn-Zulassung
Nur eine Woche nach dem Start eines Bürgerbegehrens für die Zulassung zum Münchner Oktoberfest hat die Giesinger Brauerei bereits mehr als 5.000 Unterschriften gesammelt. Das ambitionierte Ziel ist die Erzwingung eines Bürgerentscheids, der über den Ausschank von Giesinger Bräu auf der Wiesn ab dem Jahr 2027 entscheiden soll.
Erste Erfolge und ambitionierte Ziele
Laut aktueller Zählung auf der Internetseite der Brauerei wurden bis zum 28. Februar um 14 Uhr genau 5.390 Stimmen registriert. Ein Sprecher der Brauerei betonte: "Wir haben auch schon Unterschriften durch alle Parteien gesammelt." Für einen erfolgreichen Bürgerentscheid sind jedoch rund 40.000 Unterschriften erforderlich, was den Weg noch lang erscheinen lässt.
Die entscheidende Frage beim geplanten Bürgerentscheid lautet nach Angaben der Brauerei: "Bist Du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?" Brauereichef Steffen Marx hatte das Bürgerbegehren öffentlich beim Start des Starkbierfestes bekannt gegeben.
Revolution auf der Wiesn?
Ein weiteres Bier auf der traditionsreichen Wiesn wäre nichts weniger als eine kleine Revolution. Seit vielen Jahrzehnten sind dort ausschließlich sechs etablierte Brauereien zugelassen:
- Augustiner
- Hacker Pschorr
- Hofbräu
- Löwenbräu
- Paulaner
- Spaten
Seit die Konkurrenz aus Giesing sich dank eines Tiefbrunnens im Stadtgebiet offiziell als Münchner Bier bezeichnen darf, strebt sie auch einen Anteil am lukrativen Wiesn-Geschäft an. Die Brauerei gibt jedoch an, an städtischen Hürden zu scheitern.
Scharfe Kritik vom Wiesn-Chef
Wiesn-Chef Christian Scharpf von der SPD weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Er argumentiert: "Die Brauerei könnte einfach mal einen Antrag stellen, wie ihn jeder andere Wiesn-Beschicker auch stellt." Die Stadt könne einen solchen Antrag prüfen und bewerten, jedoch sei bislang kein entsprechender Antrag von Giesinger Bräu eingegangen.
"Deswegen ist es schon etwas befremdlich, ein Bürgerbegehren anstreben zu wollen, ohne es vorher überhaupt einmal mit dem gängigen Verfahren probiert zu haben, dem sich alle anderen auch stellen", kritisierte Scharpf weiter. Er habe die Vertreter der Brauerei gefragt, warum sie in den vergangenen Jahren nicht kleinere Volksfeste oder Veranstaltungen in Stadt und Region bespielt hätten, um Erfahrungen zu sammeln und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Außer dem eigenen Starkbierfest seien solche Bemühungen bislang leider nicht erkennbar gewesen. Die Debatte um die mögliche Zulassung einer siebten Brauerei auf dem Oktoberfest verspricht also weiterhin hitzig zu bleiben, während die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren kontinuierlich voranschreitet.



