Söder in Texas: Warum Bayern als "deutsches Texas" gilt und was die USA-Reise bringt
Söder in Texas: Bayern als "deutsches Texas" und USA-Reise

Bayern trifft Texas: Söder startet Wirtschaftsmission in den USA

Ein neuer Sheriff ist in der Stadt – zumindest im übertragenen Sinne. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist am Sonntag Ortszeit in Houston, Texas, eingetroffen, um seine viertägige Wirtschaftsreise durch die USA zu beginnen. Die erste Station führte ihn auf die historische George Ranch, wo er von der Stadt Houston und der German-Texan-Heritage-Association empfangen wurde.

Western-Flair und bayerische Parallelen

Auf der Ranch bei Houston herrschte authentisches Western-Flair: Cowboy-Hüte gehörten zur Standardausstattung der Gäste, Holzhäuser erinnerten an Westernfilme, und eine Band mit Gitarre, Kontrabass und Banjo spielte texanische Musik. Söder erhielt als Gastgeschenke unter anderem einen Cowboy-Hut, eine Houston-Gürtelschnalle und eine Texas-Flagge – passend zum Ambiente.

„Wir sind nicht normal. Wir sind ein wenig anders“, fasste Söder die Gemeinsamkeiten zwischen Bayern und Texas treffend zusammen. Diese bayerische Selbstbeschreibung – im Dialekt als „mia san mia“ bekannt – trifft in mehrfacher Hinsicht zu: Beide Regionen besitzen eine starke regionale Identität und eine außergewöhnlich robuste Wirtschaft.

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Wirtschaftliche Giganten im Vergleich

Die wirtschaftlichen Dimensionen sind beeindruckend: Texas wäre als eigenständige Volkswirtschaft die achtgrößte der Welt, Bayern hingegen die sechstgrößte innerhalb der Europäischen Union. Diese wirtschaftliche Stärke bildet die Grundlage für die aktuelle Reise, bei der Söder von einer Delegation aus Wirtschaftsvertretern, Mitarbeitern der Staatskanzlei und Journalisten begleitet wird.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind bereits beträchtlich: 700 bayerische Unternehmen unterhalten Standorte in den USA, während umgekehrt 1150 US-Firmen in Bayern präsent sind und dort etwa 170.000 Arbeitsplätze bereitstellen. Beide Regionen gelten als „landwirtschaftliche Herzen“ ihrer jeweiligen Länder und sind gleichzeitig bedeutende Standorte für Zukunftstechnologien.

Gemeinsamkeiten über die Wirtschaft hinaus

Die Parallelen beschränken sich nicht auf wirtschaftliche Kennzahlen. Beide Regionen sind wichtige Zentren für Künstliche Intelligenz, Robotik, Medizin und Raumfahrt – letzteres symbolisiert durch den berühmten Funkspruch der Apollo-13-Mission: „Houston, we’ve had a problem.“

Auch die politische Kultur weist Ähnlichkeiten auf: Bayern wird seit 1957 ununterbrochen von der CSU regiert, während in Texas seit 1995 ausschließlich republikanische Gouverneure an der Macht sind. Söder brachte diese Gemeinsamkeit auf den Punkt: „Bayern ist das Texas von Deutschland.“

Weitere Stationen der USA-Reise

Der lockere Auftakt auf der Ranch mit texanischem Barbecue unter dem weiß-blauen Himmel – eine weitere Parallele zu Bayern – bildete nur den Beginn der Reise. Als besondere Anerkennung rief Houstons Bürgermeister John Whitmire den 29. März zum „Bavarian Day“ aus.

Das „zentrale Herzstück“ der Reise ist für Söder der Besuch des Mission Control Centers der NASA in Houston am Montag Ortszeit. Anschließend reist die Delegation am Dienstag nach Spartanburg in South Carolina weiter, wo sich das weltweit größte BMW-Werk befindet. Diese Station unterstreicht die engen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Bayern und den USA.

Die Reise verdeutlicht, wie zwei scheinbar unterschiedliche Regionen durch gemeinsame Werte, wirtschaftliche Stärke und technologische Ambitionen verbunden sind – eine Partnerschaft, die beide Seiten weiter voranbringen soll.

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