Winterwetter hält Bayern in Atem: Schnee und Eis fordern ihren Tribut
Das winterliche Wetter hat den Freistaat Bayern weiterhin fest im Griff. Anhaltender Schneefall und gefährliche Glätte haben in der Nacht zu Freitag erneut für zahlreiche Unfälle auf den Straßen gesorgt. Die Einsatzkräfte waren vor allem in den Regionen Oberbayern und Schwaben im Dauereinsatz, wie verschiedene Polizeipräsidien mitteilten. Die teils ergiebigen Schneefälle sollen örtlich noch am Freitagvormittag anhalten und für weitere Herausforderungen sorgen.
Tragischer Unfall auf der A99: Familie schwer verletzt
Auf der Autobahn 99 bei Aschheim kam es am späten Donnerstagabend zu einem besonders folgenschweren Unfall. Ein 51-jähriger Familienvater verlor auf der winterlichen Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug, als er von der Autobahn auf einen Parkplatz abbiegen wollte. Das Auto prallte mit voller Wucht gegen einen geparkten Sattelzug und schob sich bei dem Aufprall unter den Auflieger des Lastwagens. Der Fahrer, seine 47-jährige Ehefrau und ihre zehn Jahre alte Tochter wurden schwer verletzt und mussten umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
75 Einsätze in Südbayern: Zwölf Leichtverletzte
Im südlichen Oberbayern verzeichneten die Einsatzkräfte rund 75 Einsätze, die direkt auf Schneefall und Glätte zurückzuführen waren. Häufig handelte es sich dabei um Unfälle mit reinen Blechschäden, bei denen die Fahrzeuge zwar beschädigt, die Insassen jedoch weitgehend unverletzt blieben. Insgesamt wurden zwölf Menschen leicht verletzt, während schwerere Verletzungen glücklicherweise ausblieben. Ein zusätzliches Problem stellte Schneebruch dar: Mehrere Bäume stürzten unter der Schneelast auf die Straßen und behinderten den Verkehr.
Auch im Norden Oberbayerns gab es in der Nacht deutlich mehr Unfälle als üblich, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Eine genaue Anzahl konnte er zwar nicht nennen, betonte jedoch, dass es dabei keine Verletzten gegeben habe. In Unterfranken beruhigte sich die Lage hingegen bereits am Donnerstagabend. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Unterfranken allerdings zu mehr als 100 Einsätzen ausrücken.
Schwaben und Niederbayern ebenfalls betroffen
Im Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Schwaben Nord zählten die Beamten bis zu 20 Unfälle, bei denen laut einem Sprecher jedoch nur kleinere Schäden entstanden. Mehrere Lastwagen blieben in Schwaben wegen des starken Schneefalls auf der Straße stecken. In den meisten Fällen konnte die Straßenmeisterei die Fahrer aus ihrer misslichen Lage befreien, nur einmal musste die Feuerwehr zu Hilfe kommen.
Im Süden Schwabens registrierte das Präsidium 28 Einsätze, wobei sich lediglich bei einem der Unfälle ein Mensch leicht verletzte. In Niederbayern kamen 30 Unfälle mit Blechschaden hinzu, zusätzlich fielen 25 weitere Einsätze an. Dabei ging es vor allem um Unterstützungsleistungen, beispielsweise bei liegengebliebenen Fahrzeugen oder umgestürzten Bäumen.
Bahnstrecken durch Winterwetter beeinträchtigt
Auch auf den Bahnstrecken macht sich das Winterwetter deutlich bemerkbar. Auf der Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck fiel ein Baum auf die Gleise und beschädigte dabei die Oberleitung. Die Züge aus München enden deshalb vorzeitig am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen. In Mittelfranken stürzte ebenfalls ein Baum auf die Strecke zwischen Roßtal und Ansbach und beschädigte eine Oberleitung, sodass dort derzeit kein Zugverkehr möglich ist.
Betroffen sind unter anderem auch die S-Bahnen der Linie 4 zwischen Nürnberg und Crailsheim. Für den betroffenen Abschnitt hat die Deutsche Bahn einen Ersatzverkehr eingerichtet, um die Reisenden bestmöglich zu versorgen.
Wetterprognose: Schnee geht in Regen über
Nach den schneereichen Tagen im Freistaat geht der Schnee am Wochenende in vielen Teilen Bayerns in Regen über. Es wird deutlich milder, am Sonntag sind der Wetterprognose zufolge stellenweise bis zu 15 Grad möglich. Dennoch ist vor allem in der Nacht auf Samstag weiterhin mit Glätte zu rechnen – schwerpunktmäßig im Osten Bayerns. Die Einsatzkräfte bleiben daher auch in den kommenden Stunden in erhöhter Alarmbereitschaft.



