Berliner Hochhausbrand: Vier Wohnungen weiterhin unbewohnbar - Säugling verstorben
Bei einem verheerenden Hochhausbrand im Berliner Bezirk Lichtenberg ist ein neun Monate alter Säugling ums Leben gekommen. Die Mutter und ihr fünfjähriger Sohn befinden sich in kritischem Zustand im Krankenhaus. Nach Angaben der Wohnungsgesellschaft Howoge sind aktuell noch vier Wohnungen in dem betroffenen Gebäude unbewohnbar.
Betroffene Wohnungen und Soforthilfen
Die vier unbewohnbaren Wohnungen befinden sich genau in dem Bereich, in dem das Feuer am Mittwochabend ausbrach, sowie in den darüber und darunter liegenden Etagen. Eine Sprecherin der Howoge bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass diese Wohnungen zwar bereits freigegeben wurden, sodass mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden kann, jedoch aktuell nicht bewohnbar sind.
Den betroffenen Mietern werden möblierte Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt, bis die umfangreichen Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind. Die Wohnungsgesellschaft erhält dabei Unterstützung von einer anderen Wohnungsbaugesellschaft. Aus dem Umfeld gebe es zudem eine „unglaublich große Solidarität“ mit den Geschädigten.
Rückkehr für andere Bewohner möglich
Alle anderen Bewohner des 20-stöckigen Hochhauses können in ihre Wohnungen zurückkehren. Heizung und Aufzug funktionieren laut Howoge-Sprecherin wieder einwandfrei. Dennoch müssen die Wohnungen genau überprüft werden: „Wir müssen allerdings schauen, ob die Wohnungen auch tatsächlich bewohnbar sind oder ob es Schäden infolge der Löscharbeiten gibt“, erklärte die Sprecherin. Sollten solche Schäden festgestellt werden, würden auch diese Mieter umfassend unterstützt.
Tragischer Verlauf des Brandes
Das Feuer brach in der Dolgenseestraße im Bezirk Lichtenberg aus. Der neun Monate alte Säugling wurde gemeinsam mit seiner 26-jährigen Mutter und deren fünfjährigem Sohn bewusstlos in der dritten Etage aufgefunden. Notärzte reanimierten alle drei Personen, konnten den Säugling jedoch nicht retten. Die Mutter und der ältere Sohn wurden mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Ein Polizeisprecher konnte zunächst keine aktuellen Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machen.
Großangelegter Rettungseinsatz
Die Feuerwehr war mit 170 Einsatzkräften vor Ort und rettete bzw. brachte 70 Menschen aus dem verrauchten Gebäude in Sicherheit. Insgesamt acht Personen mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die Polizei meldete vier Menschen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung, darunter den 75-jährigen Mann, in dessen Wohnung das Feuer nach ersten Erkenntnissen ausgebrochen war.
Die Ermittlungen zur genauen Brandursache dauern an. Die Wohnungsgesellschaft Howoge und die zuständigen Behörden koordinieren weiterhin die Unterstützung für die betroffenen Mieter und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen.



