DLRG in Berlin und Brandenburg erreicht historischen Mitgliederhöchststand
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnet in den Bundesländern Berlin und Brandenburg einen bemerkenswerten Mitgliederrekord. Diese Entwicklung unterstreicht das anhaltend hohe Interesse an der Wasserrettung und Schwimmausbildung in der Region, obwohl gleichzeitig erhebliche infrastrukturelle Herausforderungen bestehen.
Starker Mitgliederzuwachs in beiden Bundesländern
Der Landesverband Brandenburg konnte im vergangenen Jahr einen Zuwachs von mehr als fünf Prozent verzeichnen und erreicht nun rund 5.000 Mitglieder. Dies stellt eine deutliche Steigerung im Vergleich zu vor zehn Jahren dar, als die DLRG in Brandenburg lediglich 3.300 Mitglieder zählte. In Berlin wuchs die Mitgliederzahl um mehr als vier Prozent auf fast 14.000 Personen, ebenfalls ein signifikanter Anstieg gegenüber den etwa 11.000 Mitgliedern vor einem Jahrzehnt.
Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch auf Bundesebene wider: Ende Dezember gehörten deutschlandweit mehr als 642.000 Menschen der DLRG an, was einem Plus von fast 15.000 Mitgliedern gegenüber Ende 2024 entspricht. „Mit Ausnahme der Zeit während der Corona-Pandemie hält dieser positive Trend bereits seit Jahren an“, betonte DLRG-Präsidentin Ute Vogt bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen.
Jugendliches Engagement und Ausbildungsherausforderungen
Besonders erfreulich ist die Altersstruktur der Mitgliederschaft: Knapp die Hälfte aller DLRG-Mitglieder ist 18 Jahre oder jünger. Dies deutet auf ein starkes Engagement der jüngeren Generation hin, die sich für Rettungsschwimmkurse und Wasserrettung interessiert. Die DLRG bietet umfangreiche Kurse und Fortbildungen an, um Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren, darunter die Ausbildung von Rettungsschwimmern.
Trotz dieser Erfolge kritisiert die private Wasserrettungsorganisation die Rahmenbedingungen in vielen Kommunen scharf. Es mangelt an ausreichenden Wasserzeiten für die Ausbildung, da viele Schwimmbäder voll ausgelastet sind oder regional nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind. „Die marode Bäderlandschaft hängt wie ein Damoklesschwert über der Schwimmausbildung – und auch der Rettungsschwimmausbildung“, erklärte Ute Vogt und verdeutlichte damit die prekäre Situation.
Infrastrukturelle Probleme gefährden die Sicherheit
Die DLRG sorgt insbesondere während der Sommermonate für die Sicherheit an Badeseen und in Freibädern. Die aktuellen Mitgliederzahlen zeigen, dass das Interesse an dieser wichtigen Aufgabe ungebrochen hoch ist. Allerdings gefährdet die schlechte Zustand vieler Schwimmbäder die kontinuierliche Ausbildung neuer Rettungsschwimmer und damit letztlich die Wassersicherheit insgesamt.
Die Organisation fordert daher dringend Investitionen in die Bäderinfrastruktur, um die Ausbildungskapazitäten zu erhalten und auszubauen. Nur so kann die DLRG ihrer lebenswichtigen Aufgabe, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren, auch in Zukunft gerecht werden.



