Mögliche Evakuierung von 18.000 Menschen in Dresden wegen Bombenverdacht
Die Stadt Dresden bereitet Anwohner und Berufstätige im Umfeld der ehemaligen Carolabrücke auf eine mögliche erneute Evakuierung vor. Grund sind zwei konkrete Verdachtsstellen für mutmaßliche Bombenblindgänger auf der Neustädter Seite am geplanten Standort des Brückenneubaus. Ab dem 9. März sollen diese Stellen geöffnet und untersucht werden, wie die Stadtverwaltung mitteilte.
Sperrkreis mit 1.000 Meter Radius könnte notwendig werden
Im ungünstigsten Fall könnte eine Evakuierung in einem Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern um das betroffene Gebiet erforderlich werden. Von dieser Maßnahme wären nach aktuellen Schätzungen rund 18.000 Menschen betroffen. Darunter fallen nicht nur Privathaushalte, sondern auch zahlreiche öffentliche Einrichtungen.
Betroffen wären:
- Kommunale und Landesbehörden
- Alten- und Pflegeheime
- Kindertagesstätten
- Weitere soziale Einrichtungen
Die Stadt warnt ausdrücklich davor, dass eine solche Evakuierung im schlimmsten Fall länger als 24 Stunden andauern könnte. Die Behörden empfehlen allen Betroffenen, sich frühzeitig auf diese Eventualität vorzubereiten.
Begründete Anhaltspunkte für Blindgänger bei Vorarbeiten entdeckt
Die mutmaßlichen Blindgänger wurden im Rahmen vorbereitender Arbeiten zum Neubau der eingestürzten Carolabrücke identifiziert. Konkret handelt es sich um zwei Ortungen auf der Neustädter Seite der Elbe, die nun weitergehende Untersuchungen erforderlich machen. Nach Angaben der Experten bestehen „begründete Anhaltspunkte“, dass es sich tatsächlich um Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte.
Hintergrund ist die umfassende Kampfmittelsondierung des gesamten Bereichs, in dem die neue Brücke errichtet werden soll. Seit Oktober 2025 ist eine spezialisierte Fachfirma mit diesen Untersuchungen beauftragt. Während auf der Altstädter Seite der Elbe die Arbeiten bereits Ende 2025 ohne Bombenfunde abgeschlossen werden konnten, gestaltet sich die Situation auf der Neustädter Seite deutlich komplexer.
31 Störstellen werden systematisch überprüft
Seit vergangenem Montag werden auf der Neustädter Seite insgesamt 31 sogenannte „Störstellen“ in einer Tiefe von jeweils zwei bis vier Metern geöffnet und gründlich untersucht. Die meisten dieser Stellen gelten aus Expertensicht als unkritisch, doch die beiden Verdachtsfälle erfordern besondere Vorsichtsmaßnahmen.
Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art im Bereich der Carolabrücke. Bereits im August 2025 mussten nach dem Fund einer Bombe rund 17.000 Menschen vorübergehend evakuiert werden. Die Stadt Dresden hat aus dieser Erfahrung gelernt und will diesmal besonders frühzeitig und transparent informieren.
Zeitplan für den Brückenneubau könnte sich verzögern
Der geplante Neubau der Carolabrücke soll ursprünglich im Jahr 2031 fertiggestellt werden. Nach aktuellen Planungen könnte mit den eigentlichen Bauarbeiten voraussichtlich im zweiten Quartal 2028 begonnen werden. Sollte sich der aktuelle Bombenverdacht bestätigen und umfangreiche Räumungsarbeiten notwendig werden, könnte sich dieser Zeitplan jedoch verzögern.
Die Stadtverwaltung betont, dass die Sicherheit der Bevölkerung absolute Priorität hat. Gleichzeitig arbeiten die Behörden intensiv daran, die Untersuchungen so zügig wie möglich durchzuführen, um Beeinträchtigungen für Anwohner und den Verkehr auf ein Minimum zu beschränken. Regelmäßige Updates zur Situation werden über die offiziellen Kanäle der Stadt Dresden veröffentlicht.



