Görlitzer Park in Berlin erstmals nachts geschlossen: Maßnahme gegen Drogenhandel
Görlitzer Park nachts geschlossen gegen Drogenhandel

Görlitzer Park in Berlin erstmals über Nacht geschlossen

Der Görlitzer Park, eine bekannte Institution im Berliner Stadtteil Kreuzberg, ist erstmals nachts abgeschlossen worden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Drogenhandel und andere kriminelle Aktivitäten im Park zu unterbinden. Ab 22 Uhr am Sonntagabend standen Polizeikräfte an den Eingängen und ließen nur noch Menschen hinaus, während niemand mehr hineingelassen wurde. Später wurden die meisten Tore verschlossen, wie die Polizei mitteilte.

Senatsbeschluss und Polizeieinsatz

Der Berliner Senat, bestehend aus CDU und SPD, hatte bereits 2023 beschlossen, den Görlitzer Park aufgrund von Drogenhandel und Kriminalität nachts zu schließen. Die Polizei erhofft sich davon eine effektivere Strafverfolgung, da der große Park nachts nicht länger als Versteck für Dealer und andere Straftäter dienen kann. Am Abend der Schließung waren etwa 200 Polizisten im Park und der Umgebung im Einsatz, um die Maßnahme durchzusetzen.

Proteste und Demonstrationen

Gegen die Schließung protestierten mehrere Hundert Menschen bei einer Demonstration, die teilweise von einem Vertreter der Grünen moderiert wurde. Unter dem Motto »Rave against the Zaun« versammelten sie sich zu einem Konzert im Park. Auf Transparenten kritisierten sie den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner mit Slogans wie »Kai Wegner lügt Dich an«. Die Demonstranten riefen in Sprechchören »Der Görli bleibt auf« und forderten, dass das Geld für die Eingangstore und den Wachschutz stattdessen in soziale Projekte fließen sollte. Trotz Aufrufen zu Beschädigungen der Zäune verlief die Demonstration friedlich, lediglich eine Person wurde wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs festgenommen.

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Wachdienst und zukünftige Maßnahmen

Künftig sollen die 16 Eingänge des Parks jeden Abend mit neu gebauten Toren verschlossen werden, wie der Senat angekündigt hat. Ein privater Wachdienst ist für das Schließen verantwortlich und wird nachts im Park unterwegs sein, um Menschen zum Verlassen aufzufordern. Bei Bedarf kann der Wachdienst das Ordnungsamt oder die Polizei informieren. Die Polizei betonte, dass sie in den kommenden Wochen den Wachschutz unterstützen und auf Kommunikation setzen wird, wobei Menschen bei Bedarf auch aus dem Park hinausbegleitet werden.

Kritik und Evaluation

Der von den Grünen geführte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sowie mehrere linke Initiativen haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren gegen die Schließungspläne protestiert. Sie argumentieren, dass der Drogenhandel dadurch noch stärker in die Hauseingänge und Hinterhöfe der umliegenden Wohngegenden verlagert werden könnte. Eine wissenschaftliche Evaluation soll die Wirksamkeit der nächtlichen Schließung untersuchen, mit Ergebnissen, die bis Ende des Jahres erwartet werden.

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