Berlin prüft den Verkauf des ehemaligen DDR-Regierungskrankenhauses in Berlin-Buch. Die einstige Luxusklinik, in der nur Spitzenpolitiker, Staatsgäste und prominente Künstler behandelt wurden, ist heute ein Lost Place, der Vandalen und Graffiti-Sprayer anzieht. Das Areal ist von Bäumen umgeben, mit Efeu bewachsen und voller Graffiti. Der Verkauf zum Höchstgebot wird nun erwogen.
Honeckers Behandlung und vertuschter Tumor
Erich Honecker, das frühere DDR-Staatsoberhaupt, wurde im August 1989 in der Klinik an der Gallenblase operiert. Die Ärzte verschwiegen ihm jedoch, dass sie einen Tumor gefunden hatten, wie Prof. Daniela Münkel, Leiterin der Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv, berichtet. Schon in den 1980er-Jahren war Honecker mehrfach dort behandelt worden.
Vom Regierungskrankenhaus zur Ruine
Nach der Wende wurde die Klinik kurzzeitig für normale Patienten geöffnet, bevor der Betrieb 2007 endgültig eingestellt wurde. Seitdem verfällt das Gebäude. Lost-Place-Touristen haben Löcher in den Metallzaun geschnitten, die Fenster sind zersplittert. Im Inneren stand einer von acht Computertomografen der DDR, und es gab westliche Medikamente, die sonst unerreichbar waren.
Atomschutzbunker und Stasi-Räume
Unter einem Flachbau verbirgt sich der Zugang zum ehemaligen Atomschutzbunker mit einer verrammelten Stahltür und Lüftungslöchern. Zu DDR-Zeiten war das Areal nur mit Sonderausweis zugänglich. Spitzenfunktionäre hatten eigene Räume für ihre Personenschützer von der Stasi.
Verkauf oder Abriss
Die Sicherung des Areals verschlingt Hunderttausende Euro jährlich. Der Aufsichtsrat der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hat einem Bieterverfahren zugestimmt. Ein Mindestpreis wurde nicht festgelegt. Eine Komplettsanierung würde etwa 210 Millionen Euro kosten. Alternativ könnte das Gebäude für rund 86 Millionen Euro abgerissen und neu gebaut werden. Berlin denkt weiterhin über eine Nutzung als Rechenzentrum nach. Sollte die Verkaufsentscheidung fallen, wird der Komplex auf einschlägigen Portalen angeboten, der Höchstbietende erhält den Zuschlag.



