Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp peilt das Rote Rathaus an
Knapp fünf Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 hat die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, ihr ambitioniertes Ziel bekräftigt: Sie will dem amtierenden Regierenden Bürgermeister Kai Wegner von der CDU das Amt abnehmen und Berlin zur „roten Metropole“ umgestalten. Bei einem eintägigen Landesparteitag im Dong Xuan Haus in Berlin-Lichtenberg will sich die Partei inhaltlich darauf vorbereiten und ihr Wahlprogramm unter dem Motto „Berlin bezahlbar machen. Für eine rote Metropole“ beschließen.
Eralp als einzige Alternative für einen Politikwechsel
„Ich sehe mich als die Herausforderin von Kai Wegner und als die Einzige, mit der es einen wirklichen Politikwechsel in dieser Stadt geben kann“, erklärte Eralp selbstbewusst. Sie wirft dem CDU-Politiker vor, die Stadt schlecht zu regieren und die Bürgerinnen und Bürger im Stich zu lassen. „Statt dass im Roten Rathaus jetzt mal die Alarmglocken schrillen, hört man eben nichts“, kritisierte die Linke-Politikerin scharf. Es wäre Wegners Aufgabe, Druck auf die Bundesregierung auszuüben und einen sozialen Schutzschirm für Berlin zu spannen, doch er setze dem nichts entgegen.
Soziale Gerechtigkeit und Mieterschutz im Fokus
Die Linke setzt in ihrem Wahlprogramm einen klaren Schwerpunkt auf soziale Gerechtigkeit, insbesondere im Kampf gegen den Wohnungsmangel. Eralp betonte, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Berlin immer weiter auseinandergehe, wofür vor allem die viel zu hohen Mieten verantwortlich seien. „Sie führen dazu, dass das Leben in unserer Stadt immer anstrengender ist“, so die Spitzenkandidatin. Sie kündigte an, den Mieterschutz zur Chefinnensache zu machen und ab dem ersten Tag ihrer Amtszeit entschlossen zu handeln.
Konkrete Maßnahmen der Linken umfassen:
- Einen Mietendeckel zur Begrenzung der Mietpreise
- Einen Räumungsstopp bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen
- Die Einrichtung eines Landesamts für Mieterschutz, das gegen Mietwucher vorgehen soll
- Ein kommunales Wohnungsbauprogramm mit dem Ziel, innerhalb von zehn Jahren 75.000 neue bezahlbare Wohnungen zu schaffen
Dieses Ziel liegt deutlich unter den Plänen der schwarz-roten Regierungskoalition, die 20.000 neue Wohnungen pro Jahr für notwendig hält, was auf unterschiedliche Prioritäten im Wohnungsbau hinweist.
Intensiver Wahlkampf mit Haustürgesprächen
Die Linke plant, im Wahlkampf berlinweit an möglichst vielen Türen zu klingeln und für ihre Positionen zu werben. Eralp verwies auf den Bundestagswahlkampf, bei dem rund 350.000 Haustürgespräche geführt wurden, und kündigte an: „Das werden wir noch steigern.“ Damit reagiert die Partei auch auf die Konkurrenz, denn der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hatte bereits Mitte März angekündigt, dass seine Partei bis zum Wahltag an 500.000 Haustüren klingeln wolle. Dies unterstreicht die Bedeutung des direkten Dialogs in der heißen Phase des Berliner Wahlkampfs.
Insgesamt positioniert sich die Linke mit Elif Eralp als entschlossene Alternative zur aktuellen Regierung, die einen sozialen Kurswechsel in der Hauptstadt verspricht und dabei besonders auf die drängenden Wohnungsprobleme der Berliner Bevölkerung eingehen will.



