Martensteins Kritik an Wegner: 'Dazu ist alles gesagt' wird zum Wahlkampf-Slogan
Martenstein: 'Dazu ist alles gesagt' wird Wahlkampf-Slogan

Martensteins scharfe Kritik an Berlins Regierungschef

In seiner neuen täglichen Kolumne für BILD richtet sich der erfahrene Journalist und Kolumnist Harald Martenstein mit deutlichen Worten an Berlins regierenden Bürgermeister Kai Wegner. Der 72-jährige Autor übt fundamentale Kritik an Wegners Verhalten während der kritischen Stunden des großflächigen Stromausfalls in Teilen Berlins am 3. Januar dieses Jahres.

Die Stunde der Not und das Schweigen des Bürgermeisters

Während in der Hauptstadt am besagten Tag der Strom ausfiel und sich die Situation zunehmend angespannt gestaltete, blieb der für Sicherheit und Krisenmanagement zuständige Regierungschef auffällig unsichtbar. „Terroralarm! Krise! Notfall!“, beschreibt Martenstein die damalige Lage. In dieser für viele Berliner beunruhigenden Situation zeigte sich Wegner nicht der Öffentlichkeit, sondern zog sich zurück – ein Verhalten, das der Kolumnist als „Gott spielen“ bezeichnet.

Erst im Nachhinein erklärte Wegner, den gesamten Tag mit Krisentelefonaten verbracht zu haben, quasi nonstop. Doch diese Darstellung erwies sich als höchst fragwürdig, als bekannt wurde, dass der Bürgermeister stattdessen Tennis mit seiner Freundin gespielte hatte. Seine Rechtfertigung: Das Telefonieren sei so anstrengend gewesen, dass er eine Pause benötigte.

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Die unbeantworteten Fragen und eine historische Aussage

Noch brisanter wird die Angelegenheit durch die nachträglichen Recherchen. Auf die konkrete Nachfrage, mit wem er denn vor oder nach dem Tennisspiel diese anstrengenden Telefonate geführt habe, nannte Wegner unter anderem die Bürgermeisterin von Zehlendorf. Doch diese kann sich an kein entsprechendes Gespräch erinnern – „ähnlich wie der Gesang der Flusskrebse“, wie Martenstein pointiert formuliert.

In einer anschließenden Pressekonferenz wurde Wegner von Journalisten acht Mal mit der gleichen Frage konfrontiert: Wann genau hatte er mit wem wegen der Stromkrise telefoniert? Auf jede dieser acht Fragen antwortete der Bürgermeister mit dem mittlerweile historischen Satz: „Dazu ist alles gesagt.“

Von der Krisenkommunikation zum Wahlkampf-Slogan

Für Harald Martenstein steht nun fest, welchen Slogan die CDU unter Kai Wegner in den kommenden Wahlkampf tragen sollte: „Kai Wegner – dazu ist alles gesagt“. Diese prägnante Formulierung fasst für den Kolumnisten nicht nur das konkrete Versagen in der Kommunikation während der Krise zusammen, sondern steht symbolisch für einen Regierungsstil, der Transparenz und Rechenschaftspflicht vernachlässigt.

Martenstein schließt seinen offenen Brief mit der höflichen, aber beißenden Anrede „Beste Grüße Ihr Harald Martenstein“ und bietet Lesern die Möglichkeit, direkt auf seine Kolumne zu reagieren. Die Kontroverse um Wegners Krisenmanagement und dessen folgenreiche Aussage dürfte die politische Diskussion in Berlin noch länger beschäftigen.

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