München wird zum Hochsicherheitsgebiet während der 62. Sicherheitskonferenz
Die bayerische Landeshauptstadt verwandelt sich an diesem Wochenende in eine Festung. Rund 5000 Polizistinnen und Polizisten sind im Einsatz, um die 62. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof abzusichern. Gleichzeitig werden am Samstag etwa 120.000 Demonstranten in der Stadt erwartet, was zu einem turbulenten Wochenende führen wird.
Massive Sicherheitsvorkehrungen und Verkehrseinschränkungen
Ab Freitagmorgen gelten rund um den Promenadeplatz zwei abgestufte Sicherheitsbereiche. Die innere Zone umfasst exklusiv das Konferenzhotel Bayerischer Hof und das Rosewood Munich, die nur für akkreditierte Teilnehmer zugänglich ist. Der äußere Sicherheitsbereich ist für Anwohner und Personen mit berechtigtem Interesse reserviert. An den Absperrungen finden umfangreiche Personen- und Taschenkontrollen statt.
Die Polizei warnt vor erheblichen Beeinträchtigungen: Temporäre Straßensperrungen für Transferfahrten der Konferenzgäste, großräumige Parkverbote mit Abschleppmaßnahmen ab Donnerstag und eine Flugverbotszone mit 5,5 Kilometer Radius, die auch für Drohnen gilt und sich vom Olympiapark bis zum Perlacher Forst erstreckt.
Verkehrschaos erwartet: ÖPNV-Umleitungen notwendig
Der öffentliche Nahverkehr ist massiv betroffen. Der Straßenbahnabschnitt zwischen Karlsplatz und Maxmonument bleibt von Freitag bis Sonntag gesperrt. Die Haltestellen Lenbachplatz, Marienplatz (Theatinerstraße), National-Theater und Kammerspiele werden nicht angefahren. Die Tramlinien 19 und 21 sowie die Nacht-Tram N19 werden über Sendlinger Tor und Isartor umgeleitet. Die Stadtwerke München empfehlen dringend die Nutzung von U- und S-Bahn.
Mega-Demonstration für Menschenrechte im Iran geplant
Die größte Kundgebung findet unter dem Motto „Menschenrechte und Freiheit im Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk“ auf der Theresienwiese statt. Die Veranstalter planen von 12 bis 17 Uhr eine Massenkundgebung mit 100.000 Teilnehmern, die aus ganz Europa anreisen sollen. Parallel finden Demonstrationen in Los Angeles und Toronto statt.
Eingeladen ist auch Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien und führender iranischer Oppositioneller im Exil. Ob der 65-Jährige tatsächlich auf der Theresienwiese sprechen wird, ist noch unklar. Sein Transport würde vermutlich per Helikopter oder gepanzertem Fahrzeug mit Polizeieskorte erfolgen.
Weitere Demonstrationen im gesamten Stadtgebiet
Insgesamt sind 21 Veranstaltungen für das Wochenende angemeldet:
- Die traditionelle Siko-Demo des Aktionsbündnisses gegen die NATO-Sicherheitskonferenz führt vom Stachus über Lenbachplatz und Odeonsplatz zum Rathaus (12.30-17 Uhr, 4000 Teilnehmer erwartet)
- Eine Menschenkette quer durch die Fußgängerzone vom Stachus zum Marienplatz
- Kundgebung „München steht auf“ am Odeonsplatz (12.40-19 Uhr, 3000 Teilnehmer)
- Demo „Starkes Europa zusammen mit der Ukraine“ am Max-Joseph-Platz (13-17 Uhr, 3000 Teilnehmer)
- Kundgebung „Gegen das Mullah-Regime im Iran“ am Königsplatz (600 Teilnehmer)
Politische Prominenz aus aller Welt erwartet
Zur Sicherheitskonferenz werden 65 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter zahlreiche Außen- und Verteidigungsminister, Militärs und Wirtschaftsmanager. Zu den prominentesten Gästen zählen US-Außenminister Marco Rubio und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt erstmals in dieser Funktion an der Konferenz teil.
Polizeivizepräsident Christian Huber, der den Gesamteinsatz leitet, betont: „Wir haben den Auftrag zur Gefahrenabwehr, dem wir nachkommen werden.“ Zur konkreten Polizeitaktik gibt das Präsidium jedoch keine Auskünfte. Die Münchner Bevölkerung muss sich auf ein außergewöhnliches Wochenende mit massiven Einschränkungen, aber auch historischen Demonstrationen einstellen.



