Mysteriöse Mauer am Wald: DDR-Geschichte in ZDF-Doku
Mysteriöse Mauer am Wald: DDR-Geschichte

In einer beliebten ostdeutschen Urlaubsregion steht eine mysteriöse Mauer, die tief mit der sowjetischen Besatzung der DDR verbunden ist. Eine ZDF-Dokumentation bringt sie nun einem breiten Publikum näher.

Die Rechliner Mauer: Ein Relikt des Kalten Krieges

Die sogenannte Rechliner Mauer teilte einst das gleichnamige Dorf an der Müritz in zwei Teile. Während der DDR-Zeit waren hier zeitweise über 4000 sowjetische Soldaten und Offiziere aus verschiedenen Sowjetrepubliken stationiert. Die wellenförmige Mauer mit ihren markanten Gucklöchern trennte sie und ihre Familien von den einheimischen DDR-Bürgern.

Das ZDF belebt die Geschichte im Mai 2026 mit der Doku-Reihe „Lost Places der Sowjetunion“ in seiner Mediathek wieder. In der dritten Folge mit dem Titel „Polen und die DDR“ erhält das idyllische Rechlin, das heute rund 1800 Einwohner zählt, viel Sendezeit.

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Ein Mahnmal der Teilung

Die Mauer ist nicht mit der Berliner Mauer zu verwechseln, die die DDR von der Bundesrepublik trennte. Für die Region an der Müritz ist sie jedoch ein wesentliches Bauwerk und ein Mahnmal an die eigene DDR-Geschichte zu Zeiten des „Eisernen Vorhangs“. Bei Rechlin gab es den großen Militärflugplatz Lärz-Müritz, eine zentrale Basis für die sowjetischen Luftstreitkräfte in Ostdeutschland. Dort waren Jagdbomber, Aufklärungs- und Transportflugzeuge sowie später Kampfhubschrauber stationiert.

Die Rechliner Mauer, die auch schon Thema in einer ARD-Quizshow mit Kai Pflaume war, hat bis heute etwas Geheimnisvolles. Sie schützte einst die Geheimnisse der Sowjets vor den DDR-Bürgern. Wer zu neugierige Blicke riskierte, dem drohte laut ZDF die Festnahme. Heute stehen nur noch wenige Teile der Mauer in Rechlin.

Erinnerungskultur an der Müritz

An die damalige Zeit erinnert neben der ZDF-Dokumentation auch das Mauerparkdenkmal im Bereich des ehemaligen „russischen Sektors“, wo die sowjetischen Soldaten und ihre Familien lebten. Das Denkmal wurde im Frühsommer 2025 eingeweiht. Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth berichtete bei der Übergabe der Wohnblöcke durch die Sowjets: „Mehr als 23.000 Quadratmeter Straßen, Wege und Plätze haben wir hier übernommen.“ Diese liegen heute in einer beliebten Urlaubsregion Mecklenburg-Vorpommerns.

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