TU Berlin: Hauptgebäude geschlossen – Studierende empört über Zustände
TU Berlin: Hauptgebäude geschlossen – Studierende empört

Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin ist seit Freitag wegen gravierender Mängel geschlossen. Betroffen sind der Audimax, eine Mensa und weitere große Hörsäle. Studierende zeigen sich empört über die anhaltenden Probleme.

Studierende fordern Ende des Notbetriebs

„Für Studis ist die Schließung des Hauptgebäudes natürlich ein Abgrund“, sagt Friedrich Lauenstein, studentischer Fachberater, bei einer Pressekonferenz des Bündnisses Campus Sanieren. Besonders Erstsemester seien betroffen, da die größten Vorlesungssäle im Hauptgebäude liegen. Der Audimax mit Hunderten Plätzen ist der erste Kontakt vieler Studierender mit der Uni.

Die TU Berlin, eine Exzellenzuniversität mit 34.000 Studierenden und rund 7.000 Mitarbeitern, kämpft mit einem massiven Sanierungsstau von 2,4 Milliarden Euro. Landesweit beträgt der Stau für alle staatlichen Hochschulen 8,2 Milliarden Euro. Viele Gebäude laufen im Notbetrieb. Bereits 2023 musste das Mathematik-Gebäude schließen, 2024 das Telefunken-Hochhaus, und im selben Jahr stürzte eine Decke ein.

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„Von Wasserschaden über Asbest bis Schimmel ist eigentlich alles dabei“, sagt TU-Studentin Jette Arndt, Mitglied des Akademischen Senats. Der Platzmangel beeinträchtige Forschung und Lehre erheblich.

Ursachen: Geldmangel und jahrelange Vernachlässigung

Im Hauptgebäude tropfte es bereits lange von der Decke. Nach einer Begehung durch Behörden und die Feuerwehr stellte sich heraus, dass das Gebäude nicht sicher ist. Nasse Wände und Wasserschäden könnten die Stromversorgung und den Brandschutz beeinträchtigen, so TU-Präsidentin Fatma Deniz. Mitarbeiter durften am Montag noch einmal ihre Büros räumen.

Der Campus rund um den Ernst-Reuter-Platz und die Campus-Kultur seien laut Lauenstein Dinge, die die TU deutschlandweit hervorheben. „Was hat unsere Stadt, unsere Uni noch zu bieten, wenn unsere Gebäude zusammenfallen?“, fragt er.

Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra räumte ein, dass die Instandhaltung der Bestandsgebäude vernachlässigt wurde. Der Senat will die Sanierung mit einer neu gegründeten Hochschulbaugesellschaft (BHG) vorantreiben, die sich um große Bau- und Instandhaltungsprojekte kümmern soll.

Studierende lehnen reine Online-Lehre ab

Den Studierenden ist vor allem wichtig, dass die Lehre nicht komplett ins Virtuelle verlagert wird. „Wir sind keine Online-Uni, wir sind eine Campus-Uni“, betont Lauenstein. Wie lange das Hauptgebäude geschlossen bleibt und wie der Lehrbetrieb aufrechterhalten wird, war am Montagnachmittag noch unklar.

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