Waschbären-Invasion in Polizei-Lager: Maskierte Räuber knabbern Glücksspielautomaten an
Waschbären-Invasion: Räuber knabbern Polizei-Automaten an

Waschbären übernehmen Polizei-Lagerhalle in Berlin-Schöneberg

In einer Sicherungshalle der Berliner Polizei an der Belziger Straße in Schöneberg haben sich ungewöhnliche Untermieter breitgemacht: Bis zu 15 Waschbären, deren maskierte Gesichter an die Panzerknacker erinnern, treiben seit Oktober des vergangenen Jahres ihr Unwesen. Die Tiere haben die Halle, in der über 120 beschlagnahmte illegale Glücksspielautomaten gelagert werden, zu ihrem Revier erklärt.

Kot, Kratzspuren und angeknabberte Automaten

Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann beschreibt die Situation nüchtern: „Die Waschbären fallen in erster Linie dadurch auf, dass ein hohes Maß an Verschmutzung durch Kot entsteht, wodurch Schäden an einer Decke entstanden sind, die bereits behoben wurden.“ Die Verschmutzung geht jedoch weit über die Decke hinaus – massenhaft Kot liegt auf dem Boden und landet auf den wertvollen Automaten, von denen manche einen Wert von bis zu 10.000 Euro haben.

Ein Insider berichtet: „Ermittler, die immer wieder an die Glücksspielautomaten heran mussten, um sie zum Beispiel auszulesen, reagierten häufig mit Ekel.“ Zusätzlich zur Verschmutzung wurden einzelne Teile der Automaten sogar angeknabbert. Die theoretische Ansteckungsgefahr durch Krankheiten aus dem Kot der Tiere besteht ebenfalls.

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Flucht auf die Dachbalken bei menschlichem Besuch

Die gerissenen Räuber zeigen ein ausgeprägtes Fluchtverhalten: Betreten Polizisten oder Sicherheitsdienstmitarbeiter die Halle, flüchten die Waschbären sofort auf die Dachbalken. Kaum ist es wieder ruhig, übernehmen sie erneut das Parkett – ein tierischer Schichtwechsel, der sich regelmäßig wiederholt.

Erste Vertreibungsversuche mit Bitterstoff-Pulver blieben erfolglos. Nach Informationen wurden selbst in dem ausgelegten Pulver kleine Pfotenabdrücke entdeckt – offenbar schreckt der Geschmack die Tiere nicht ab. Inzwischen hat die Polizei Netze installiert, die erfolgreicher sein sollen.

Polizei bleibt gelassen trotz tierischer Herausforderung

Offiziell zeigt sich die Polizei Berlin entspannt. Sprecher Petersen-Schümann betont: „Die der Polizei Berlin zur Verfügung stehenden Hallen sind für alle Dienstkräfte frei zugänglich. Weder gibt es Auswirkungen auf die Zugänglichkeit noch auf die Nutzbarkeit der Hallen oder des Geländes.“

Er stellt jedoch klar: „Sowie das Vorhandensein von Wildtieren Auswirkungen auf den Dienstbetrieb hat, werden, den Naturschutz- und Jagdvorschriften entsprechende, Maßnahmen getroffen.“ Bisher ist es noch zu keiner direkten Konfrontation zwischen Mensch und Tier gekommen.

Präsentation der beschlagnahmten Automaten trotz tierischer Bewohner

Ende März präsentierten Innensenatorin Iris Spranger (SPD), Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) in der ehemaligen Tramdepot-Halle über 120 beschlagnahmte illegale Glücksspielautomaten. Die wertvolle Beute stand dabei nicht unter Artenschutz – im Gegensatz zu ihren tierischen Bewachern, die weiterhin ihr Unwesen treiben.

Die Polizei muss nun den Spagat zwischen der sicheren Verwahrung der beschlagnahmten Geräte und dem respektvollen Umgang mit den wilden Tieren meistern, die sich in der Lagerhalle eingenistet haben.

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