Wegner entschuldigt sich im Parlament für Kommunikationsfehler während Stromausfall
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat sich im Landesparlament für sein Verhalten während des mehrtägigen Stromausfalls Anfang Januar entschuldigt und detaillierte Einblicke in seine Aktivitäten am ersten Krisentag gegeben. Während einer Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses betonte er: „Ich habe bei der Kommunikation Fehler gemacht, für die ich mich bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt habe. Und das will ich gerne in diesem Haus auch noch mal wiederholen.“
Unterbrechung der Ministerpräsidentenkonferenz für parlamentarische Befragung
Wegner unterbrach seine Teilnahme an der Ministerpräsidentenkonferenz Ost, um im Landesparlament Rede und Antwort zu stehen. Bereits am Dienstag hatte er sich in der Zeitung „B.Z.“ öffentlich entschuldigt, doch nun wiederholte er seine Entschuldigung in offizieller parlamentarischer Atmosphäre.
Details zum ersten Krisentag: Frühstückstisch und Tennisspiel
Auf die Frage eines Abgeordneten, ob er unmissverständlich klarstellen könne, am ersten Krisentag ausschließlich zu Hause gewesen zu sein – abgesehen von sportlichen Aktivitäten – antwortete Wegner präzise: „Ich habe um 8.07 Uhr eine Nachricht der Innensenatorin bekommen. Zu diesem Zeitpunkt saß ich zu Hause am Frühstückstisch.“ Er fügte hinzu: „Sofern Sie nicht Dinge meinen, dass ich zum Beispiel an diesem Tag auch mal mit meinem Hund draußen war, war ich – außer die eine Stunde Sport – den ganzen Tag zu Hause.“
Zeitlicher Ablauf der Informationsweitergabe
Zur Frage, wann er über das tatsächliche Ausmaß des Schadens und einen länger anhaltenden Stromausfall informiert worden sei, schilderte der CDU-Politiker einen detaillierten Zeitplan: „Ich habe mit der Wirtschaftssenatorin um 12.45 Uhr telefoniert. Sie rief mich um 11 Uhr, zirka 11.30 Uhr an. Da will ich mich jetzt nicht genau festlegen. Ich habe dann um 12.45 Uhr zurückgerufen.“
Weiter erklärte er: „Ich bekam von der Wirtschaftssenatorin um 12.07 einen Lagebericht, wo übrigens auch drinstand, dass noch nicht sicher ist, dass noch offen ist, wann der Strom wieder da ist. Um 12.45 Uhr haben wir länger telefoniert.“ Der entscheidende Moment kam gegen 14.30 Uhr, als Stromnetz Berlin eine Presseerklärung herausgab, die erstmals das dramatische Ausmaß der Situation verdeutlichte: Der Stromausfall könnte bis Donnerstag andauern.
Betontes Krisenmanagement und erfolgreiche Zusammenarbeit
Wegner betonte nachdrücklich, dass er seinen Job gemacht habe und das Krisenmanagement erfolgreich koordiniert wurde. „Wir haben das gemeinsam hinbekommen im Senat mit den zuständigen Senatorinnen Franziska Giffey, Iris Spranger.“ Auch die Gesundheits- und die Bildungssenatorin seien eng eingebunden gewesen.
Durch die Zusammenarbeit mit den Bezirken, den Hilfsorganisationen, Stromnetz Berlin, Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr gelang es, die Krise anderthalb Tage früher als ursprünglich befürchtet zu beenden. Diese koordinierte Anstrengung aller Beteiligten unterstrich Wegner als entscheidenden Faktor für die Bewältigung der Notlage.



