Rostocker Winterdienst fordert Stadtentsorgung: Drohen erneut höhere Abfallgebühren?
Winterdienst in Rostock: Drohen erneut höhere Abfallgebühren?

Rostocker Winterdienst fordert Stadtentsorgung: Drohen erneut höhere Abfallgebühren?

Der diesjährige Winter hat die Mitarbeiter der Stadtentsorgung Rostock mit wochenlanger Kälte und eisglatten Wegen vor enorme Herausforderungen gestellt. Nachdem die Abfallgebühren erst zum 1. Januar 2026 angehoben wurden, stellt sich nun die brennende Frage: Müssen die Bürgerinnen und Bürger bereits wieder mit zusätzlichen finanziellen Belastungen rechnen?

Außergewöhnliche Winterbedingungen führen zu doppelten Einsatzstunden

Lena Marie Ulke, Sprecherin der Stadtentsorgung Rostock, beschreibt die vergangenen Monate als „außergewöhnlich“. „Weniger aufgrund der Schneemengen, sondern vor allem durch die ungewöhnlich lange Kältephase“, erklärt sie. Diese klimatischen Besonderheiten hätten insgesamt zu mehr Einsatztagen geführt als in den vergangenen Jahren. Obwohl die Wintersaison noch nicht offiziell beendet ist, liegen die Einsatzstunden rund um den Winterdienst bereits beim Doppelten der Vorjahreswerte.

Die Stadtentsorgung hält sich bedeckt, wenn es um konkrete Zahlen geht. Über die exakte Anzahl der geleisteten Überstunden möchte das Unternehmen keine Auskunft geben – es handle sich um betriebsinterne Daten. Dennoch wird deutlich: Der Personalaufwand war erheblich.

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Mehrarbeit für Mitarbeiter, aber keine Einschränkungen für Bürger

Für die Beschäftigten bedeutete der intensive Winterdienst zusätzliche Arbeitsstunden. Laut Unternehmenssprecherin werden diese „angefallenen Mehrstunden“ erfasst und je nach Wunsch der Mitarbeitenden sowie betrieblichen Erfordernissen entweder vergütet oder durch Freizeitausgleich abgegolten. Die Wahl liegt somit bei den Betroffenen: Geld oder freie Tage.

Trotz der erhöhten Belastung versichert die Stadtentsorgung, dass es zu keinen Einschränkungen bei den regulären Dienstleistungen kommen wird. Sämtliche Leistungen – einschließlich Reinigungszeiten, Leerungsintervalle und Öffnungszeiten der Recyclinghöfe – bleiben unverändert aufrechterhalten.

Unklare Kostenentwicklung und Zusicherungen für die Zukunft

Bemerkenswert ist die Zurückhaltung des Unternehmens in finanziellen Fragen. Auf Nachfrage zu den durch den intensiven Winter entstandenen Mehrausgaben im Vergleich zu Vorjahren heißt es lediglich: „Zu internen Kostenentwicklungen machen wir grundsätzlich keine Angaben.“ Dennoch gibt es eine positive Nachricht für die Rostocker Bevölkerung: „Im Zuge der Winterdienstarbeiten kommen keine Mehrkosten auf die Stadt bzw. die Bürgerinnen und Bürger zu. Etwaige Mehrkosten werden von der Stadtentsorgung Rostock getragen“.

Bereits im November 2025 hatte die Stadt im Zusammenhang mit der Gebührenerhöhung ab 2026 angekündigt, dass es im Jahr 2027 keine weitere Erhöhung geben wird. Allerdings wurden auch langfristige Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen. Als Gründe nannte die Stadtentsorgung:

  • Modernisierte Recyclinghöfe
  • Zunehmend elektrisch angetriebene Abfallsammelfahrzeuge
  • Maßnahmen zur CO₂-Minderung im Rahmen der Rostocker Klimaneutralität
  • Die zwingend notwendige Verbesserung der Biogutverwertung

Diese bereits beschlossenen Maßnahmen und neuen gesetzlichen Anforderungen werden in den kommenden Jahren voraussichtlich zu finanziellen Belastungen führen. Der aktuelle Winter hat die Diskussion um die Nachhaltigkeit der Abfallgebührenstruktur in Rostock somit erneut entfacht, auch wenn kurzfristige Erhöhungen zunächst ausgeschlossen werden.

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