Großaufgebot in Berlin: 1.800 Polizisten bei rechtsextremen Demos und Gegenprotesten im Einsatz
1.800 Polizisten bei rechtsextremen Demos in Berlin

Massiver Polizeieinsatz bei rechtsextremen Kundgebungen in Berlin

Am Samstag war die Berliner Polizei mit einem Großaufgebot von 1.800 Einsatzkräften im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, um mehrere Demonstrationen von Rechtsextremisten, Neonazis und Verschwörungsanhängern zu begleiten sowie Gegenproteste und ein Fußballspiel abzusichern. Die Beamten sorgten für einen geordneten Ablauf und unterbanden verbotene extremistische Äußerungen.

Versammlungen an der Marzahner Promenade und am Potsdamer Platz

Am großen Einkaufszentrum an der Marzahner Promenade versammelten sich nach Polizeiangaben am Mittag etwa 160 Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei „Der dritte Weg“. In der Nähe standen etwas mehr als 100 Gegendemonstranten, und die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort. Ein Polizeisprecher berichtete, dass es zunächst keine Zwischenfälle gab.

Parallel dazu begann am Potsdamer Platz eine Demonstration von Anhängern aus der Neonazi-Szene, für die 200 Menschen angemeldet waren. Zunächst kamen nur einige Dutzend zusammen, teilweise aus dem Umfeld der früheren NPD und der jetzigen Partei „Die Heimat“. Mehr als 150 Gegendemonstranten versammelten sich ebenfalls. Die Polizei hatte Absperrgitter aufgestellt, um die Gruppen zu trennen, und setzte bei den rechtsextremen Demonstranten das Verbot von Uniformen und Vermummungen durch.

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Verschwörungsdemo mit umstrittenem Sänger Xavier Naidoo

Nahe der Siegessäule am Großen Stern im Tiergarten begann der Aufbau zu einer Demonstration von Verschwörungsanhängern, zu der der umstrittene Sänger Xavier Naidoo aufgerufen hatte. Die Polizei zog einen LKW der Demonstranten, der als Bühne dienen sollte, wegen fehlender Zulassung aus dem Verkehr. Die Kundgebung trug den Titel „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex“.

Mitte Februar hatte Naidoo bei einer Demonstration in Berlin mit Bezug zu den Epstein-Akten von „Menschenfressern“ gesprochen und erklärt: „Die fressen unsere Babys“. Solche Äußerungen werden von Experten unter anderem als antisemitische Andeutungen eingeordnet, da sie auf eine jahrhundertealte Verschwörungserzählung anspielen, die Juden unterstellt, aus rituellen Gründen kleine Kinder zu töten. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen.

Weitere Demonstrationen und Sicherheitsmaßnahmen

Später am Nachmittag wurden noch weitere Demonstrationen zu Themen wie Palästina und dem Krieg gegen den Iran erwartet. Die Polizei blieb mit dem massiven Aufgebot von 1.800 Polizisten in Bereitschaft, um mögliche Eskalationen zu verhindern und die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Dieser Einsatz unterstreicht die anhaltenden Spannungen und die Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden im Umgang mit extremistischen Gruppierungen in der Hauptstadt.

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