5 unerwartete Tipps für Ihren Besuch in Wesenberg in der Kleinseenplatte
5 Tipps für Wesenberg: Burg, Skulpturenpark & mehr

Wunderschöne Seen, urige Wälder, wohltuende Luft und Ruhe – das alles bietet die Kleinseenplatte rund um Wesenberg im Süden von Mecklenburg-Vorpommern. Die gute alte Havel durchfließt auf ihrer Reise in die Elbe den mecklenburgischen Urlaubsort mit der gleichnamigen Burganlage. Diese historische Turmhügelburg, bekannt unter dem französischen Begriff Motte (auf Deutsch: Klumpen), wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Bauherr wie auch Stadtgründer war Fürst Nikolaus I. von Werle.

Burg Wesenberg: Ein Wahrzeichen der Region

Heute präsentiert sich Burg Wesenberg als ein Wahrzeichen der Region zum großen Teil erhalten und restauriert. Auf der Anlage befindet sich die örtliche Tourist-Information, die das geballte Wissen plus Insidertipps vermitteln kann, damit der Aufenthalt in der Kleinseenplatte so angenehm und erlebnisreich wie möglich wird.

Ein weiterer Vorteil vom Urlaub in der Mecklenburgischen Seenplatte ist, dass hier der Himmel so klar ist. Die Polarlichter, die zuletzt immer wieder auch über Deutschland zu sehen waren, kamen hier besonders eindrucksvoll zur Geltung. Das zeigt auch dieses Foto, das Axel Hirsch aus dem Wesenberger Burgverein im Oktober 2024 aufgenommen hat.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Fangelturm und Panoramablick

Ein erster Freizeit-Tipp ist der Aufstieg auf den 35 Meter hohen Fangelturm. Der Name leitet sich aus „Gefangenenturm“ her, dem düsteren Mauer-Gefängnis des Mittelalters. In Mecklenburg-Vorpommern steht noch ein gutes Dutzend solcher Fangeltürme in Städten wie Friedland, Barth, Malchin, Neubrandenburg, Rostock oder Greifswald.

In Wesenberg können Urlaubsgäste wie Einheimische von dort oben einen Panoramablick auf Seen, Wälder – und die kleine Stadt genießen. Auch Teile der Burgmauer können noch erkundet werden. Im Anschluss bietet sich ein Besuch im Inneren der Burg geradezu an. Denn die alte „Dame“ hält eine Handvoll Überraschungen bereit.

Schusterstube und Forstwirtschaft auf der Burg

Auf Burg Wesenberg zeigt der Fotograf Lars Hoffmann auf insgesamt 19 Naturaufnahmen die Schönheiten der Mecklenburgischen Seenplatte. Parallel sind mehrere Dauerausstellungen zu besichtigen. Da ist zum einen die vollgestopfte Schusterstube mit vielen Original-Utensilien, und zum anderen eine Schau zur Forstwirtschaft mit historischen Sägen, Spaten sowie einer Forstsamendarre.

Was das ist, erklärt Enrico Hackbarth, Sachgebietsleiter im Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte: „Mittels dieser Samendarre hat man früher das Saatgut gewonnen. Dazu wurde die Maschine mit Kienäpfeln gefüllt und geheizt. Bis die Samen rausfielen und als Setzlinge in der Forstwirtschaft genutzt werden konnten.“

Villa Pusteblume: Blechspielzeuge und Musikinstrumente

Nur einen Fußweg von der Burg entfernt steht die Villa Pusteblume. In diesem Museum für Blechspielzeuge, das von Mai bis Oktober geöffnet hat, sind neben traditionellen Musikinstrumenten auch -geräte wie Walzengrammophone oder Polyphone zu bestaunen. Und Fans von historischen Blechspielzeugen, etwa alten Eisenbahnen, kommen hier auf ihre Kosten.

St. Marienkirche und die Teufelskette

Neben dem historischen Marktplatz ist die im 14. Jahrhundert errichtete gotische St. Marienkirche ein wichtiger Teil der Geschichte dieser Stadt. Vor ihrem Eingang steht eine uralte Sommerlinde. Sie hat einen Stammumfang von acht Metern, also ein paar Hundert Jahre auf dem Buckel – pardon (!) auf der Krone.

Direkt an der Gottespforte von Wesenberg hängt eine Teufelskette, die man ebenfalls gesehen haben sollte. Zu fantastisch ist die Sage von dieser geschmiedeten Kette, die weder Anfang noch Ende zu haben scheint.

„Man erzählt, dass die Bürger einst einen Schmied beauftragt hatten, eine Kette für ihre Kirchentür anzufertigen“, sagt Enrico Hackbarth. Doch mit dem Ergebnis sei der Kirchenrat ein ums andere Mal unzufrieden gewesen. „Im Zorn hat der Schmied gerufen: ‚So mag der Teufel euch eine Kette machen‛. Am anderen Morgen hing dann wirklich die Kette an der Tür“, so Hackbarth weiter, „und man sagt, dass der Teufel sie gemacht hat.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Findlingsgarten und Skulpturenpark

Vom Marktplatz aus ist es eine Viertelstunde Fußmarsch in südwestliche Richtung bis zur nächsten Familienattraktion: Im Findlingsgarten Wesenberg an der Alleenstraße (B 122) haben Stein-Riesen aus dem Hohen Norden eine neue Heimat gefunden. Diese fremdartigen Gesteinsbrocken „wanderten“ mit der letzten Eiszeit via Gletscher-Express den weiten Weg von Skandinavien bis ins heutige Mecklenburg-Vorpommern. Sind somit Zeugen der Erdgeschichte.

Der fünfte Freizeit-Tipp für den Aufenthalt im Herzen der Kleinseenplatte befindet sich drei Kilometer weiter westlich, im Skulpturenpark. Zu DDR-Zeiten war in diesem Waldgrundstück ein Kinderheim. Nach der Wende stand das Grundstück am Großen Weißen See lange Jahre leer. „Bis es zwangsversteigert wurde“, sagt Enrico Hackbarth. „Gekauft hat es dann der Kunstliebhaber David, ein Hongkong-Chinese, der in der Immobilienbranche unterwegs ist.“ Er sei zufällig darauf gestoßen und habe investiert.

Der Besitzer hat das Waldgrundstück in einen üppigen Kunstgarten verwandelt, prallvoll mit teils skurrilen Skulpturen wie einer Pyramide und vielen Exponaten, die das Herz von Kunstliebhabern höher schlagen lassen. Augenmerk gilt unter anderem australischen Künstlern oder auch Künstlerinnen und Künstlern, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. „Ein Juwel“ nennt Hackbarth den Skulpturenpark BEI WU, und: „mecklenburg-vorpommernweit einzigartig!“

Schifffahrt von Mirow nach Rheinsberg

Wenn Sie schon einmal in der Seenplatte sind, dann kommt hier ein weiterer Tipp: Es gibt Touren mit dem Schiff von Mirow nach Rheinsberg – Orte mit königlicher Vergangenheit!