AfD Brandenburg wählt Landesspitze: Springer kandidiert erneut für Landesvorsitz
AfD Brandenburg: Springer kandidiert erneut für Landesvorsitz

AfD Brandenburg wählt Landesspitze: Springer kandidiert erneut für Landesvorsitz

Der Landesverband der AfD in Brandenburg steht vor einer wichtigen Personalentscheidung. Am Samstag findet in Prenzlau der Landesparteitag statt, bei dem die Spitze des Verbandes neu gewählt wird. Der amtierende Landesvorsitzende René Springer hat seine erneute Kandidatur für das Amt bestätigt. Der Bundestagsabgeordnete führt den Brandenburger Landesverband bereits seit zwei Jahren und möchte diese Position weiterhin ausüben.

Springer strebt absolute Mehrheit bei Landtagswahl 2029 an

In seiner Ankündigung formulierte Springer ein ambitioniertes Ziel für die kommende Legislaturperiode. Sein erklärtes Ziel ist es, bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2029 die absolute Mehrheit zu erreichen. Damit verbunden ist der Anspruch, Brandenburg mit einer AfD-geführten Alleinregierung zu regieren. Diese Aussage unterstreicht den Machtanspruch der Partei im ostdeutschen Bundesland.

Springer wurde vor zwei Jahren mit einer beeindruckenden Zustimmung von 82 Prozent der Delegierten zum neuen Landeschef gewählt. Damals löste er Birgit Bessin ab und stand symbolisch für einen innerparteilichen Neuanfang nach vorangegangenen Konflikten. Bei seiner ersten Wahl war Springer der einzige Kandidat für das Spitzenamt.

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Mögliche Gegenkandidaten und personelle Kontinuität

Bei der aktuellen Wahl ist die Situation anders gelagert. Die Partei hat klargestellt, dass grundsätzlich jedes Mitglied frei über eine Kandidatur entscheiden kann. Bisher hat sich allerdings noch kein konkreter Gegenkandidat zu Wort gemeldet oder seine Bewerbung offiziell erklärt. Die Möglichkeit einer Herausforderung bleibt damit theoretisch bestehen, praktisch scheint Springer jedoch auf wenig Widerstand zu treffen.

Auch in der weiteren Führungsspitze zeichnet sich Kontinuität ab. Die beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden, Landtagsfraktionschef Hans-Christoph Berndt und der Abgeordnete Daniel Freiherr von Lützow, werden nach Parteiangaben in Prenzlau ebenfalls wieder für ihre Ämter kandidieren. Eine Veränderung gibt es hingegen bei den Beisitzern: Felix Teichner tritt nicht erneut für den Vorstand an, da er sich vollständig auf den Landratswahlkampf in der Uckermark konzentrieren möchte.

Verfassungsschutz-Einstufung und parteiinterne Reformen

Der Brandenburger AfD-Landesverband operiert unter besonderen Rahmenbedingungen. Der Landesverfassungsschutz stuft die Partei als rechtsextremistisch ein – eine Bewertung, gegen die die AfD rechtlich vorgeht. In diesem Zusammenhang steht auch Springer selbst im Fokus der Behörden. Im Verfassungsschutzbericht 2024 wird der 46-jährige Politiker mit einer kontroversen Aussage zitiert: „Wir werden Ausländer in ihre Heimat zurückführen. Millionenfach. Das ist kein Geheimplan. Das ist ein Versprechen.“

Unter Springers Führung hat die AfD in Brandenburg bisher noch kein kommunales Spitzenamt erobern können. Das Ziel, einen Landrat oder Bürgermeister zu stellen, blieb bislang unerreicht. Parallel zu den personellen Fragen beschäftigt den Landesverband auch eine strukturelle Reformdebatte.

Debatte um Delegierten- versus Mitgliederparteitage

Ein weiteres wichtiges Thema auf der Tagesordnung ist die strittige Frage nach der Durchführung von Parteitagen. Im November 2025 scheiterte die Landesspitze mit ihrem Vorhaben, Delegiertenparteitage nach Bundesvorbild einzuführen. Der entsprechende Vorschlag verfehlte beim Parteitag in Brandenburg an der Havel die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit.

Nun soll ein neuer Regelungsansatz verfolgt werden: Landesparteitage sollen künftig grundsätzlich als Delegiertenversammlung stattfinden, es sei denn, mindestens ein Drittel der 140 Kreisverbände fordert ausdrücklich die Durchführung als Mitgliederversammlung. Als Begründung für diese geplante Änderung führt die Partei an, dass mit stetig wachsender Mitgliederzahl die Landesparteitage zunehmend an organisatorische und praktische Grenzen stoßen. Über diese Pläne hatte zuvor die „Märkische Allgemeine“ berichtet.

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Der Parteitag in Prenzlau markiert damit nicht nur eine personelle Weichenstellung, sondern auch einen wichtigen Moment für die innerparteiliche Entwicklung der Brandenburger AfD. Die Entscheidungen von Samstag werden die Ausrichtung des Landesverbandes für die kommenden Jahre maßgeblich prägen.