Gut vier Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bleibt die AfD einer aktuellen Umfrage zufolge die stärkste Kraft im nördlichsten Bundesland. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap ermittelte im Auftrag des NDR einen Stimmenanteil von 36 Prozent für die AfD. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig käme demnach auf 27 Prozent, die Linke auf 13 und die CDU auf lediglich 10 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) liegt mit 5 Prozent knapp über der Fünf-Prozent-Hürde und muss um den Einzug in den Landtag bangen. Die Grünen erreichen 4 Prozent. Alle anderen Parteien, einschließlich der FDP, kommen zusammen auf 5 Prozent.
Abstand zwischen AfD und SPD wächst
Im Vergleich zu einer früheren Umfrage des Instituts INSA für den Nordkurier vom März hat sich der Abstand zwischen der AfD und der SPD vergrößert. Damals lag die AfD bei 34 Prozent, die SPD bei 26, die CDU bei 12 und die Linke bei 10 Prozent. Grüne und BSW erreichten je 5 Prozent, die FDP 3 Prozent. Die aktuelle Erhebung zeigt eine Zuspitzung des Zweikampfs an der Spitze, den Wahlforscher bereits seit Monaten prognostizieren.
Schwierige Regierungsbildung
Für die Regierungsbildung im Schweriner Landtag bedeutet die neue Umfrage eine große Herausforderung. Die derzeitige rot-rote Koalition aus SPD und Linken wäre weit von einer eigenen Mehrheit entfernt. Rein rechnerisch könnte die SPD allenfalls mit Linken und CDU eine Mehrheit erreichen – oder mit weiteren Partnern wie dem BSW und den Grünen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD haben alle anderen Parteien kategorisch ausgeschlossen. Die Umfrage wurde am 12. Mai 2026 veröffentlicht und zeigt die Stimmungslage vier Monate vor dem Wahltermin.



