Nach Protesten: Berliner Freibad-Mehrfachkarte wird doch nicht abgeschafft
Berliner Freibad-Mehrfachkarte bleibt nach Protesten erhalten

Berliner Freibad-Mehrfachkarte bleibt nach massiven Protesten erhalten

Die umstrittene Abschaffung der verbilligten 20er-Mehrfachkarte für Berliner Freibäder ist vom Tisch. Nach heftigen Protesten in der Bevölkerung und einer geplanten Demonstration verkündete Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) im Beteiligungsausschuss des Abgeordnetenhauses die Kehrtwende. Die Entscheidung fällt genau ein halbes Jahr vor der anstehenden Berlin-Wahl im September.

Wut in der Bevölkerung führte zur politischen Reaktion

Die Grünen-Abgeordnete Antje Kapek berichtete von außergewöhnlich starken Emotionen zu diesem Thema: „Ich habe selten zu einem Thema so viel Wut in der Bevölkerung zu spüren bekommen wie zu der Mehrfachkarte.“ Senatorin Spranger zeigte Verständnis für die wirtschaftlichen Bedenken: „Die Wirtschaftlichkeit gerade für Menschen, die wenig Geld haben, ist nicht ganz nachzuweisen, das sehe ich genauso wie Sie.“

Die Mehrfachkarte ermöglichte zuletzt für 70 oder 80 Euro insgesamt 20 verbilligte Besuche in Berliner Freibädern. Als Aufsichtsratsvorsitzende der landeseigenen Bäder-Betriebe hatte Spranger zunächst eine Überprüfung angekündigt: „Wir werden uns das im Aufsichtsrat noch mal sehr genau anschauen.“ Ob die anstehende Wahl eine Rolle bei der Entscheidung spielte, wollte kein Sprecher kommentieren.

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Digitales Abo-Modell als Alternative mit Einschränkungen

Parallel zur Diskussion um die Mehrfachkarte führten die Bäder-Betriebe zu dieser Saison ein digitales Abonnement-Modell ein:

  • Für 38 Euro monatlich: Unbegrenzte Eintritte in Hallen- und Freibäder
  • Basis-Tarif für 30 Euro: Zwei Bäderbesuche pro Woche erlaubt
  • Einzeleintritt in beliebten Sommerbädern: 7 Euro

Dieses Modell bietet zwar Vorteile für regelmäßige Schwimmer, jedoch mit deutlich weniger Ermäßigungen als die traditionelle Mehrfachkarte. Gerade im Sommer bei wechselhaftem Wetter stellt sich für viele Besucher die Frage, ob sich ein Abonnement überhaupt lohnt, wenn die Badeplanung unsicher ist.

Die Entscheidung zur Beibehaltung der Mehrfachkarte kommt damit einer deutlichen Reaktion auf die Bedürfnisse der Berliner Bevölkerung gleich, insbesondere für einkommensschwächere Haushalte und Familien, die auf preisgünstige Freizeitangebote angewiesen sind.

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