Brandenburg eröffnet bundesweite Aktionswochen gegen Rassismus und Extremismus
Brandenburg eröffnet Aktionswochen gegen Rassismus

Brandenburg übernimmt erstmals Eröffnung der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus werden in diesem Jahr erstmals im Land Brandenburg eröffnet. Diese bundesweite Initiative, die seit 1995 besteht, umfasst in der aktuellen Ausgabe mehr als 5.000 Veranstaltungen in ganz Deutschland. Unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ laufen die Aktionen bis zum 29. März und werben für mehr Toleranz und Weltoffenheit.

Staatskanzleichefin ruft zum gemeinsamen Engagement auf

Brandenburgs Staatskanzleichefin Kathrin Schneider (SPD) betonte die Bedeutung des Einsatzes gegen Rassismus und Extremismus. „Setzen wir gemeinsam Zeichen, engagieren wir uns“, forderte Schneider und verwies darauf, dass bereits im privaten Umfeld, etwa über den Gartenzaun oder in dörflichen Gemeinschaften, Mut erforderlich sei, um Gesicht zu zeigen. Die neue SPD/CDU-Koalition in Brandenburg hat den Kampf gegen Extremismus zu einem ihrer politischen Schwerpunkte erklärt.

Forscher warnt vor verbreiteten Fehleinschätzungen

Der Jenaer Rechtsextremismusforscher Matthias Quent warnte davor, die Gefahr von Rassismus zu unterschätzen. Er erinnerte daran, dass vor 30 Jahren viele glaubten, der Rassismus habe mit dem Nationalsozialismus aufgehört – eine Ansicht, die heute noch verbreitet sei, aber nicht der Realität entspreche. „Wir müssen überall dorthin gucken, wo Menschenwürde infrage gestellt wird“, mahnte Quent und unterstrich damit die Dringlichkeit der Aktionswochen.

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Bundesweite Veranstaltungen und hohe Beteiligung

Die Stiftung gegen Rassismus, die die Wochen koordiniert, erwartet bundesweit rund 300.000 Besucher. In vielen Städten haben bereits Aktionstage und -wochen begonnen, wobei die Stiftung ein zunehmendes Engagement in Deutschland feststellt. Beispielsweise finden in Berlin mehrere Aktionswochen mit einem vielfältigen Programm statt:

  • Vorträge zu aktuellen Themen
  • Gesprächsrunden mit Experten
  • Spaziergänge durch historische Stadtteile
  • Führungen zu Orten der Erinnerung

Ein besonderer Fokus liegt auf der Beteiligung von Schulen. Isabel Schmidt von der Stiftung gegen Rassismus berichtete von einer hohen bundesweiten Teilnahme. In Stuttgart wird ein umfassendes Schulprogramm organisiert, in Arnsberg in Nordrhein-Westfalen nehmen mehrere tausend Schülerinnen und Schüler an Workshops teil. Auch in Schwedt in Brandenburg finden an Schulen zwei Projekttage statt, die das Thema Rassismus praxisnah behandeln.

Auftaktveranstaltung in der Filmuniversität Babelsberg

Zum Start der Wochen am Montag in der Filmuniversität Babelsberg standen ein Kurzfilm und eine Diskussionsrunde auf dem Programm. Diese Eröffnung markiert einen symbolischen Beginn für die zahlreichen Aktivitäten, die in den kommenden Wochen das Bewusstsein für die Gefahren von Rassismus und Extremismus schärfen sollen. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus dienen damit als wichtige Plattform, um gesellschaftliche Debatten anzustoßen und konkrete Maßnahmen zu fördern.

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