Brandenburg hat die niedrigste Ärztedichte in Deutschland
Potsdam • Für medizinische Behandlungen müssen Bürgerinnen und Bürger in Brandenburg häufig weite Wege in Kauf nehmen. Wie aktuelle Daten des Bundesarztregisters zeigen, verzeichnet das Flächenland mit rund 200 Ärztinnen und Ärzten pro 100.000 Einwohnern die geringste Medizinerversorgung aller sechzehn Bundesländer.
Deutliche Unterschiede zu anderen Bundesländern
Im Vergleich zu Brandenburg weisen andere Regionen deutlich höhere Werte auf. Die Hauptstadt Berlin kommt auf etwa 303 Mediziner pro 100.000 Einwohner und belegt damit den zweiten Platz in der nationalen Rangliste. Spitzenreiter ist Hamburg mit einer Ärztedichte von 315 pro 100.000 Einwohnern, was die regionalen Disparitäten in der Gesundheitsversorgung unterstreicht.
Spezifische Facharztdichten in Brandenburg
Die Analyse der einzelnen Fachrichtungen offenbart erhebliche Versorgungsunterschiede:
- Hausärzte: Rund 66 pro 100.000 Einwohner
- Frauenärzte: Etwa 11 pro 100.000 Einwohner
- Kinderärzte: 9 pro 100.000 Einwohner
- Hautärzte: Nur 3 pro 100.000 Einwohner
- Psychologische Psychotherapeuten: 30 pro 100.000 Einwohner
- Augenärzte: Rund 8 pro 100.000 Einwohner
- HNO-Ärzte: Knapp 5 pro 100.000 Einwohner
Positiver Aspekt: Hoher Frauenanteil in der Ärzteschaft
Trotz der insgesamt niedrigen Ärztedichte weist Brandenburg einen bemerkenswerten Frauenanteil von etwa 59 Prozent unter den Medizinern auf. Besonders hervorzuheben ist der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, wo fast 71 Prozent der Hausärzte Frauen sind – ein Wert, der deutschlandweit zu den Top 5 gehört.
Die Daten basieren auf dem Bundesarztregister mit Stand vom 31. Dezember 2025 und wurden der Deutschen Presse-Agentur zur Verfügung gestellt. Sie verdeutlichen die Herausforderungen in der flächendeckenden medizinischen Versorgung, mit denen Brandenburg als Flächenland konfrontiert ist.



